Martin Stöckl Kommandant der Wartenberger Feuerwehr
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Martin Stöckl Kommandant der Wartenberger Feuerwehr

Kosten: 450 000 Euro – Größeres Vehikel nötig als zunächst gedacht

Neues LF20: Feuerwehr Wartenberg bekommt sogar den „großen Bruder“

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Zunächst hätte es gar kein so großes neues Fahrzeug werden sollen. Doch die Feuerwehr Wartenberg bekommt nun eines. Das hat gute Gründe.

Wartenberg - Zahlreiche Zuschauer – mit Abstand und Maske – hatten sich zur Sitzung des Wartenberger Marktrats in der Strogenhalle eingefunden. Kein Wunder, schließlich ging es neben Hochwasserschutzflächen mit vielen Betroffenen auch um ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr. Deren Aktive durften zufrieden nach Hause gegangen sein. Nicht nur, dass die Räte einstimmig beschlossen, ein Löschgruppenfahrzeug LF 20 anzuschaffen.

Es handelt sich dabei auch noch um ein größeres Gefährt als ursprünglich angedacht. Kosten: rund 450 000 Euro. 100 000 Euro werden staatlich bezuschusst.

Kommandant Martin Stöckl stellte mit Kreisbrandinspektor Lorenz Huber, auch Kommandant in Oberding, den Bedarf der Feuerwehr vor. Das alte Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 ist fast 30 Jahre alt und hat seine geplante Nutzungsdauer bereits erreicht. Es entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Zeit, es auszuwechseln, befand auch FWG-Rat und Kreisbrandmeister Franz Ganslmaier.

Huber berichtete von Feuerbeschauen, die ein erhöhtes Gefahrenpotenzial aufwiesen. Im Gewerbegebiet habe man beispielsweise bei einem Betrieb diverse Gefahrenstoffe vorgefunden. Entsprechend hält Stöckl „eine erweiterte Gefahrgutausrüstung für nötig“. Das hat zur Folge, dass das ursprünglich als Ersatzbeschaffung angedachte Kleinlöschfahrzeug nicht ausreiche. Rund 15 Prozent weniger als sein „großer Bruder“ LF 20 hätte dieses laut Huber gekostet.

Wie Stöckl erklärte, braucht es zudem einen großen Löschwassertank. Denn: „In Schachtelberg macht uns die verminderte Wasserversorgung Probleme.“ 2000 Liter soll der Tank fassen, damit wären es zusammen mit dem weiteren Fahrzeug der Wehr 4000 Liter.

„Damit die Feuerwehr gscheit arbeiten kann, brauchen wir ein gscheites Fahrzeug“, betonte Bürgermeister Christian Pröbst (CSU). CSU-Fraktionschef Franz Gerstner sprach die kommende Erweiterung des Gewerbegebiets an: „Wir müssen den Anforderungen gerecht werden.“

Michael Paulini (SPD) sah das nicht anders, er erkundigte sich aber vor dem Hintergrund coronabedingt fehlender Steuereinnahmen, wo die 350 000 Euro im Finanzplan vorgesehen seien. „Das ist seit Jahren vorgesehen. Finanzieren müssen wir’s auf alle Fälle, weil wir nix auf der hohen Kante haben“, erklärte ihm Pröbst.

„Was passiert mit dem alten Fahrzeug?“, wollte Martina Scheyhing (Grüne) wissen. „Es wird von der Kommune verkauft oder eventuell für die Kroatien-Hilfe gespendet. Das Auto wird garantiert nicht bei uns aufgehoben“, versprach Kommandant Stöckl.

Ganslmaier verwies noch auf die Gemeinde Bockhorn, in der die Wehren Bockhorn und Kirchasch 2019 zusammen neue Fahrzeuge angeschafft hatten. Entsprechend will die Marktgemeinde nun auch die Möglichkeit einer Doppelausschreibung mit einer anderen Gemeinde prüfen lassen. Dabei winken dem Markt weitere Fördergelder. Ausgeschrieben wird europaweit.

Und wie lang müssen die Feuerwehrler nun noch auf ihren neuen Stolz warten? „Vor 2023 wird’s realistisch gesehen nicht kommen. Wenn wir gut sind, Ende 2022“, schätzte Stöckl.

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