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Die alten Ölkessel der Marie-Pettenbeck-Schule haben langsam ausgedient. 

Grüne und SPD kritisieren Pläne zu Anlagenerneuerung an Wartenberger Schule

Hitzige Debatte ums Heizen

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Dominik Rutz war am Mittwoch als Zuhörer zu Gast im Wartenberger Marktrat. Und was er da zu hören bekam, gefiel dem Sprecher des neu gegründeten Grünen-Ortsverbands so gar nicht: Bei der Erneuerung der Heizungsanlage der Marie-Pettenbeck-Schule soll der alte Öl- durch einen Erdgaskessel ersetzt werden.

Wartenberg – Rutz ruft den Schulverband, zu dem der Markt Wartenberg sowie die Gemeinden Langenpreising, Berglern und Fraunberg gehören, in einem Offenen Brief zum Umdenken auf. Der Verband tagt am Montag um 20 Uhr im Rathaus und hat das Thema auf der Agenda.

In der Ratssitzung hatte Michael Paulini (SPD) mit Verweis auf den Klimaschutz das Vorhaben wiederholt kritisiert. Man müsse auf Alternativen schauen, so sein Einwand. 3. Bürgermeister Christian Pröbst, der die Sitzung leitete, verwies darauf, dass längst alles beschlossene Sache sei. Die Verbandsvertreter des Marktrats müssen sich für eine Änderung der Planung stark machen, so Paulinis Gedanke.

„Die Erneuerung der Heizungsanlage der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg, an die auch der Kindergarten angeschlossen ist, ist dringend notwendig“, gibt auch Rutz, der Vorsitzender der Wartenberger Imker ist, zu. Erdgas sei zwar etwas weniger klimaschädlich als Erdöl, trage aber dennoch als fossiler Energieträger beachtlich zum Klimawandel bei. „Die Entscheidung für einen Gaskessel beziehungsweise für ein Gas-Blockheizkraftwerk sei angeblich schon beschlossene Sache, für Änderungen sei der Zug wohl schon abgefahren, so die Aussagen von Gemeinderatsmitgliedern“, schreibt Rutz und schlussfolgert: „Es scheint, dass so manch einer dabei vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.“

Überlegungen, andere Energiesysteme einzusetzen, seien vor ein paar Jahren am Beispiel einer Hackschnitzelanlage gemacht worden. „Die Situation und die Rahmenbedingungen haben sich aber seither geändert, und erneute detaillierte Untersuchungen für andere Heizsysteme, die auf erneuerbaren Energien basieren, gab es wohl nicht. Auch andere Alternativen wie zum Beispiel Grundwasserwärmepumpen in Kombination mit Sonnenkollektoren und Photovoltaik wurden anscheinend nicht untersucht“, kritisiert Rutz.

Auch im Hinblick auf die Bewegung Fridays for Future fragt er: „Wie soll man das den Schülern erklären, wenn man sich von vornherein auf einen fossilen Energieträger festlegt und diese Optionen nicht genauer untersucht?“ Es sei an der Zeit, dass sich jeder, der ein Entscheidungsmandat habe, seiner Verantwortung bewusst werde und sich dafür stark mache, dass verschiedene Optionen untersucht werden. „Schließlich ist die Entscheidung für eine Heizung eine langfristige, da Heizanlagen normalerweise mindestens 20 bis 30 Jahre laufen.“

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