Konzept für Waldkindergarten

Halber Tag draußen, halber Tag drinnen

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Wartenberg – Die Kinderbetreuung im Klinikwald soll täglich fünf Stunden dauern. Doch auch Ganztagesbetreuung soll möglich sein. Am Mittag geht’s ins Pfarrkinderhaus.

Heute wird es spannend für Isabell Haindl. Bei einem Runden Tisch im Landratsamt wird die Leiterin des Pfarrkinderhauses Wartenberg erfahren, was die Aufsichtsbehörde von ihrem Konzept für den Waldkindergarten auf dem Klinikgelände hält. Denn in der Natur können Mädchen und Buben pro Tag nicht so lange betreut werden – geplant sind fünf Stunden. Aber gerade die Klinikmitarbeiter brauchen längere Betreuungszeiten für ihre Kinder. Das will Haindl täglich ab 12.45 Uhr in den Räumen des Pfarrkinderhauses anbieten.

Allerdings wären das in der behördlichen Systematik eventuell zwei Betriebe. Das Pfarrkinderhaus könnte dann beide Angebote nicht mit einem Personalstamm und in den gleichen Räumen umsetzen. Das Konzept biete wirtschaftlich Synergieeffekte, erläutert Haindl auf Nachfrage. Auch von der pädagogischen Warte aus sagt die Erzieherin darüber: „Ein halber Tag in der Natur, das wäre doch gerade für die Ganztageskinder gut, bei denen die Eltern nicht so viel Zeit haben, weil sie arbeiten müssen.“

Die Kinderhausleiterin hofft, im Januar mit dem Waldkindergarten starten zu können – der Knackpunkt sei allerdings die Betriebserlaubnis vom Landratsamt. Die Gruppe werde anfangs wohl nicht ausgelastet sein. Klinikmitarbeiter mit Betreuungsbedarf für ihre Kinder seien momentan anderweitig versorgt, erklärt Haindl. In der Sitzung des Marktgemeinderates hatte sie in ihrer Funktion als CSU-Rätin über die Anmeldesituation berichtet: „Es gibt acht bis zwölf Leute, die sich intensiv damit auseinandersetzen.“

Der Marktrat billigte den Vertrag, den Kommune, Klinik und Kirche als Träger des Kinderhauses abschließen wollen. Darin wird die Kostenaufteilung geregelt und es heißt es, dass Öffnungszeiten zwischen 6.30 und 16.30 Uhr zu ermöglichen sind. Die Erstausstattung mit beheizbarer Schutzhütte, Möbeln und Kompost-WC stellt die Klinik zur Verfügung. Der Markt Wartenberg übernimmt davon die Hälfte der Kosten, maximal 30 000 Euro. Außerdem tragen Gemeinde und Klinik zu gleichen Teilen das gesamte Defizit aus dem laufenden Betrieb: höchstens 60 000 Euro pro Jahr.

Mehrere Räte waren verärgert, dass sie die letzte Vertragsfassung nicht vor der Sitzung zum Lesen bekommen hatten. Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) gab zu, dass beim Versand etwas schiefgegangen sei. Er habe das „leider nicht mitbekommen“. Insbesondere Michael Gruber (SPD) forderte, die Abstimmung zu vertagen. Doch die Mehrheit stimmte für die Verabschiedung noch in der Sitzung. Ranft trug den Vertrag vor, das jedem einzelnen Rat zum Mitlesen vorlag. Details wurden sofort diskutiert.

Timo Aichele

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