Haushalt Wartenberg

Absturz bei der Steuerkraft

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Michael Paulini bangt um die Einnahmen der Marktgemeinde Wartenberg. Einbußen bei der Steuerkraft sind nach seiner Ansicht ein großes Zukunftsproblem.

Wartenberg– Der Mahner: Diese Rolle hat Michael Paulini bei den Wartenberger Haushaltsberatungen konsequent übernommen. Auch die Verabschiedung des Etats 2018 begleitete der SPD-Marktgemeinderat mit kritischen Tönen. „Mir macht große Sorge, dass wir bei der Steuer- und Umlagekraft ins Hintertreffen geraten. Weil so finanzieren wir unsere Zukunft“, sagte er. Die Rathausverwaltung soll nun erforschen, welche Gründe es für dieses Abrutschen gibt.

Wartenberg sei bei der Umlagekraft im vergangenen Jahr von Platz 13 auf 22 unter 26 Kommunen im Landkreis abgerutscht, berichtete Paulini. Das sei bitter, weil das ein Indikator für die Steuereinnahmen sei. „Wir können die Ausgaben nicht nur durch Grundstücksverkäufe finanzieren“, klagte er. Denn das seien nur einmalige Erlöse. Außerdem wird in der Wartenberger Lokalpolitik schon länger über die Grenzen beim Verkauf von Bauland und Gewerbegrund diskutiert.

Das sei ein Pro-Kopf-Wert. Daher sei das Absinken durch das Einwohnerwachstum zu erklären, meinte Bürgermeister Manfred Ranft (FWG). „Das wird mit der relativ hohen Zahl der Asylbewerber in unserer Gemeinde zusammenhängen“, vermutete er.

Eduard Ertl (Neue Mitte) glaubte nicht daran, dass die rund 100 Flüchtlinge in der Marktgemeinde hier den Ausschlag gegeben haben. Er sah den Grund bei der Siedlungspolitik der vergangenen Jahre. „Wir haben immer viele Grundstücke für Einfamilienhäuser ausgewiesen, und viele Familien mit Kinder sind zugezogen“, meinte er.

Paulini zeigte sich mit diesen Erklärungen nicht zufrieden. Statt Vermutungen einzelner Gemeinderäte hoffe er auf Fakten von der Verwaltung. Am Ende beauftragte das Gremium Kämmerer Anton Sellmeier damit, zu dieser Frage Fakten zu liefern.

Den größten Brocken Arbeit hat Sellmeier bereits hinter sich. Der Etat 2018 ist fertig und wurde vom Marktrat auch verabschiedet. 11,6 Millionen Euro im Verwaltungs- und 10,3 Millionen Euro sind Rekordwerte. Wegen großer Investitionen nimmt die Marktgemeinde knapp 6,8 Millionen Euro neue Kredite auf. Damit wächst der Schuldenberg auf fast elf Millionen Euro. Unter den größten Projekten sind die Dachsanierung am Haus für Kinder (knapp 1,4 Millionen Euro), die Erweiterung der Kläranlage (2,8 Millionen Euro), Grunderwerb im Ortszentrum (800 000 Euro), Sanierung und Neubau von Sozialwohnungen (1,3 Millionen Euro) und der Neubau der Rockelfinger Brücke (205 0000 Euro).

Das Einwohnerwachstum:

Ende 2017: 5673 Einwohner, 2016: 5286, 2015: 5085, 2010: 4783, 2000: 4356, 1990: 3450 (Quelle: Haushalt 2018)

Rubriklistenbild: © dpa

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