Der Altarraum ist durch seine runde Form ein besonderer Ort. Auch von außen ist die Architektur des Gotteshauses im Wartenberger Viertel Kammerstatt ein Blickfang. Im Frühjahr 1993 wurde das Gotteshaus eingeweiht.

25 Jahre Evangelische Friedenskirche 

Heirat mit Moosburg machte den Weg frei

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Mit einem Gottesdienst feiern Wartenbergs evangelische Christen am Pfingstsonntag den 25. Geburtstag ihrer Friedenskirche. Höchste Zeit also, auf die Entstehungsgeschichte von Kirche und Gemeindezentrum zurückzublicken und die aktuelle Situation kurz nach dem Pfarrerwechsel unter die Lupe zu nehmen.

Wartenberg – Wartenbergs Protestanten freuen sich auf Pfingstsonntag, 20. Mai. Nicht nur, weil das für Christen ohnehin ein besonderer Tag ist, sondern auch, weil es noch einen zweiten Grund zum Feiern gibt: Die evangelische Friedenskirche an der Kammerstatt wird 25 Jahre alt. Aus diesem Grund gibt es um 10 Uhr einen Festgottesdienst. Das Jubiläum ist nicht zuletzt für Ingrid Weltrich, die Frau von Wartenbergs Alt-Bürgermeister Gustav Weltrich, etwas ganz Besonderes. „Das bedeutet mir sehr viel. Da steckt sehr viel Kraft, Liebe im Detail und Freude dahinter“, sagt Weltrich. Sie war eine der treibenden Kräfte, als es damals um die Errichtung eines eigenen Wartenberger Gemeindezentrums mit Kirche ging.

Unermüdliche Arbeit für ein Gotteshaus

Die heute 80-Jährige kann sich noch gut an die Anfänge vor rund drei Jahrzehnten erinnern. Bis 1989 gehörte Wartenberg noch zur Kirchengemeinde Taufkirchen. „Dann gab es eine Sprengelverschiebung“, erzählt Weltrich. Die sei nicht ganz ohne Hintergedanken erfolgt. Denn Taufkirchen war zusammen mit Dorfen ohnehin schon stark. „Und Moosburg war ein großer Sprengel, der einen zweiten Pfarrer brauchte.“ Durch die Übernahme von Wartenberg war dies möglich.

Die Wartenberger Protestanten gehörten nun zu Moosburg, doch schnell war klar: Sie wollten auch ein Zentrum und eine Kirche vor der eigenen Haustür. „Das wurde in Wartenberg zügig erkannt, dass es ein zweites Pfarrhaus neben Moosburg braucht“, blickt Peter Schickinger zurück. Er ist heute 2. Bürgermeister des Marktes und war von 1994 bis 2006 Mitglied im Kirchenvorstand.

Zunächst musste aber ein Grundstück gefunden werden, was schließlich an der Kammerstatt gelang. Die Kirche kaufte es letztlich der Gemeinde ab. Eine wichtige Rolle spielten hier nicht zuletzt Ingrid Weltrich und ihr Gatte Gustav, der zum damaligen Zeitpunkt als Bürgermeister ohnehin involviert war.

„Dann haben wir so eine Art Baugesellschaft gegründet“, erzählt Ingrid Weltrich, die sich 18 Jahre lang im Kirchvorstand engagiert hat, schmunzelnd. Mit dabei waren neben ihr unter anderem Schickinger, die unermüdliche Hannelore Hopf sowie der vor zwei Jahren verstorbene Peter Buder. Letzterer war als Ingenieur eine treibende Kraft bei den Bauarbeiten.

Wie Gemeindezentrum und Kirche letzten Endes aussehen sollten, war anfangs alles andere als klar. „Das waren viele, viele Stunden Kopfzerbrechen“, blickt Ingrid Weltrich zurück. „Wir haben viele Vorschläge vom Landeskirchenamt abgelehnt“, berichtet sie lächelnd.

Doch am Ende stand die neue Heimat der Wartenberger Protestanten. Der Spatenstich war am 6. Oktober 1991 im Rahmen eines Erntedankfests erfolgt, die herbeigesehnte Einweihung stand dann an Pfingsten 1993 auf dem Programm.

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Moosburg erstreckt sich auf Teile der drei Landkreise Freising, Landshut und Erding. Letzterer ist durch das Gemeindezentrum Wartenberg vertreten, zu dem neben dem Hauptort auch Langenpreising und Zustorf gehören. 800 Gläubige kommen hier zusammen. In Moosburg sind es 2300 Protestanten.

Pfarrerwechsel haben „nicht gut getan“

Geschäftsführende Pfarrerin in Moosburg ist Regine Weller. Die zweite Pfarrstelle ist seit 1. März mit Steffen Barth besetzt. Er wohnt in Wartenberg. Strikt nach Ort aufgeteilt werde die Arbeit aber nicht, betont Weller. Das gehe ja schon aufgrund der Tatsache nicht, dass es in Moosburg fast dreimal so viele Gläubige sind. „Wir sind mal da, mal da, haben eine aufgabenorientierte Verteilung. Steffen Barth kümmert sich zum Beispiel um die Seniorenheime, ich mich um die Familienarbeit. Bei Taufen und Beerdigungen wechseln wir uns ab“, sagt Weller, der zufolge die Arbeit „gut zu stemmen“ sei, auch wenn die europäische Datenschutzverordnung immer mehr Verwaltungsaufwand bedeute.

Vakante Pfarrstellen habe man spätestens nach einem halben Jahr nachbesetzen können. Der letzte Fall war bekanntlich Pfarrer Henning von Aschen, der zum Oktober vergangenen Jahres nach Erding wechselte und nun von Barth beerbt worden ist. „Ich hoffe, dass wir jetzt langfristig einen Pfarrer haben“, wünscht sich Ingrid Weltrich, die in Sachen Pfarrstellen etwas kritischere Worte findet. „Wir hatten oft Wechsel. Das hat der Gemeinde nicht gut getan“, findet sie.

Der Festgottesdienst findet am Pfingstsonntag um 10 Uhr in der Friedenskirche statt. Die Kantorei sorgt für den musikalischen Rahmen. Es gibt einen kleinen Empfang. 2. Bürgermeister Peter Schickinger wird auf die Geschichte eingehen.

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