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Plant den Hochwasserschutz für Pesenlern: Marlene Eccardt.

Hochwasserproblematik in Pesenlern

Erst rechnet die Expertin, dann simuliert sie

Wie kann man Pesenlern vor Hochwasser schützen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Wartenberger Marktgemeinderat – und hatte eine Expertin eingeladen.

Wartenberg Der Hochwasserschutz für Pesenlern kommt voran. Der Wartenberger Marktrat hatte in seiner jüngsten Sitzung Marlene Eccardt vom Büro Blasy-Øverland zu Gast, die den aktuellen Planungsstand vortrug. Zentrale Ergebnisse: Die Leistung des Kaiser- und des Kling-Grabens müssen dringend verbessert, vorhandene Durchlässe vergrößert werden, damit das Wasser gar nicht erst in Pesenlern ankommt. Weiter müssen etwa im Bereich des Skate-Platzes Geländeerhöhungen vorgenommen werden, um eine gewisse Dammwirkung zu erzielen. Dringend aufpassen müssen die Planer aber darauf, dass die Gärtnerei in diesem Bereich „nicht absäuft“. Darüber bestand Einigkeit.

Allen Planungen der Gemeinde steht die Frage nach Grundstücksverfügbarkeiten voran. Auch diese hatte die Planerin schon abgearbeitet, mit einem mageren Ergebnis, wie sie zugab. „Man braucht Platz“ meinte sie. Von Peter Schickinger kam ein radikaler Vorschlag: Man könne den Kling-Graben komplett von der Siedlung wegverlegen, denn Wartenberg werde sich in den nächsten Jahren in genau dem Bereich weiter entwickeln, der jetzt geschützt werden müsse. Dem konnte Marlene Eccardt sehr viel abgewinnen: „Das wäre mit Sicherheit ein guter Ansatz.“

Fragen aus dem Rat, ob die Strogen das überhaupt verkrafte, wenn die Gräben leistungsfähiger werden und das Wasser dann direkt in die Strogen fließe, konnte sie beantworten: Das funktioniere, das habe schon das Wasserwirtschaftsamt festgestellt. Diese Behörde sei es, mit der das weitere Vorgehen abgestimmt werden müsse.

In drei Wochen, wenn die Berechnungen alle vorliegen, werde ein Termin mit dem Wasserwirtschaftsamt stattfinden. „Dann lassen wir das Modell laufen“, sagte sie. In drei Monaten werde man weiter sehen. „Nach der Simulation wissen wir, wie die Wasserstände sind, mit den Maßnahmen, die wir treffen.“

Es sind sehr komplexe Simulationsmodelle: Am Rechner wird das Geländemodell mit allen Höhen eingegeben. Außerdem alle Gräben mit ihren jeweiligen Leistungen und alle Durchlässe mit ihren Querschnitten. Dann wird das Hochwasser simuliert, und zwar die Wassermenge, die bei einem hundertjährigen Hochwasser auftritt, mit einem Klimazuschlag von 15 Prozent. Dieser ist nötig, weil fest davon ausgegangen wird, dass im Zuge des Klimawandels Hochwasserereignisse heftiger werden können.

Jetzt können die Experten an verschiedenen Stellschrauben drehen und ermitteln, was passiert, wenn sie hier einen Durchlass in der Leistungsfähigkeit erhöhen, dort einen Graben aufweiten. Es sind gigantische Datenmengen, die hier einfließen, aber Simulationsmodelle dieser Art sind in der Industrie gang und gäbe. Aus diesen Simulationen können die Fachleute dann für Wartenberg ein komplettes Maßnahmenpaket entwickeln. Dazu aber muss die Datengrundlage stimmen, was wiederum die Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und vor allen Berechnungen erforderlich macht.

Die Referentin machte vor dem Marktrat auch deutlich, dass sie sich erst dann an die komplette Simulation eines Hochwassers machen werde, wenn das Wasserwirtschaftsamt diese Datengrundlage auch akzeptiert hat. Mit den Ergebnissen der Simulation komme sie dann wieder in den Rat. Klaus Kuhn

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