Referent war Stefan Homilius (r.) vom WWA.
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Referent war Stefan Homilius (r.) vom WWA.

Überschwemmungsgebiete: Bürgermeister Pröbst ruft Bürger zur Beteiligung auf

Hochwasserschutz: Wo Wartenberg besser als Erding ist

Wartenberg macht’s beim Hochwasserschutz besser als Erding, jedenfalls in einem Punkt: Die Bereiche am Gewässer würden besser von Bebauung frei gehalten. „Das ist gut, das ist selten“, sagte Stefan Homilius vom Wasserwirtschaftsamt am Mittwoch im Wartenberger Marktrat.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Er lobte die Bürgerinitiative, die den Hochwasserschutz im Bewusstsein halte und „wichtige Hinweise“ gegeben habe.

Der Baudirektor hielt einen längeren Vortrag zum Thema „Hochwasserschutz an der Strogen“. Homilius dankte Bürgermeister und Rat dafür, dass es in Wartenberg anders laufe als anderswo, wo das Thema in den Hintergrund gerückt werde. Das sei gut und richtig so, denn das immer wieder zitierte hundertjährliche Hochwasser sei ein Ereignis, das, „wenn Sie Pech haben, fünfmal hintereinander“ kommen könne. „Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Die Frage ist nur, wann es kommt“, meinte Homilius.

Den eigentlichen Anlass vor der überdurchschnittlichen Zuhörerkulisse im Trachtenstadl stellte Homilius gar nicht so sehr in den Vordergrund: Die Festlegung der Überschwemmungsgebiete ist in die entscheidende Phase eingetreten. Die Gebiete seien das Ergebnis von Modellrechnungen, und Modelle würden immer vereinfachen, so der Baudirektor. Die Festsetzungen würden in einem öffentlich-rechtlichen Verfahren vorgenommen, das jetzt anlaufe. Hier könnten alle Bürger ihre Beiträge liefern, die dann bearbeitet würden. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) rief ausdrücklich dazu auf, diese Chance zu nutzen.

Der Markgemeinderat tat das schon mal. So mahnte Martin Hamberger (CSU) mehr Gewässerpflege an. Vor allem das Ausräumen von Schlammablagerungen werde vernachlässigt. Homilius verwies hierzu auf die Zuständigkeiten. „Wir machen Entschlammungen nur, wenn wir zuständig sind.“ Mehr gebe schon das Haushaltsrecht nicht her. Bei sogenannten Auflandungen müsse die Behörde tätig werden.

Josef Sedlmeier (CSU) lief mit seiner Forderung nach Schutz vor aufsteigendem Grundwasser allerdings auf: Das ist, warnte der Baudirektor, allein Sache der Bauherren. Dagegen traf Eduard Ertl (Neue Mitte) ins Schwarze, als er die Strogenbrücke an der ED 2 als einen Knackpunkt bezeichnete. Homilius aber warnte auch hier: Die Brücke im Zuge eines vielleicht noch kommenden Neubaus anzuheben, sei ein handfestes Problem, denn da würden ja auch alle Straßenanschlüsse vor und nach der Brücke betroffen sein. Der Neubau der Hartl-Brücke, wie er jetzt begonnen werde (siehe Randspalte), sei aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Dominik Rutz hatte mit seiner Idee, ein Gesamtkonzept unter Einbeziehung der Ober- und Unterlieger, wenig Erfolg. Homilius meinte, dass das nicht immer Erfolg verspreche. Das Stauwehr „Hartl“ hatten mehrere Räten im Fokus. Das werde man sich anschauen müssen. Der Marktrat aber zog in einem späteren Punkt Konsequenzen aus dem Gelernten: Der Flächennutzungsplan wird an die Hochwasserlage angepasst.

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