Höhere Schadstoffwerte bei Ostwind

Luftqualität: Wartenberg schneidet gut ab

  • schließen

„Gute Luft in Wartenberg“: So titelt die Flughafen München GmbH (FMG) in ihrem Ergebnisbericht der Luftgütemessung, der jetzt dem Marktrat vorgestellt worden ist. Vom 9. Januar bis 30. Juni des vergangenen Jahres stand dafür in unmittelbarer Nähe der Marie-Pettenbeck-Schule und der Strogenhalle eine von zwei mobilen Messstationen der FMG, mit der systematisch Schadstoffe erfasst worden sind. Die schlechteste Teilnote in Wartenberg lautete „befriedigend“.

Wartenberg – „Sie haben Spitzenwerte. Das ist eine Untersuchung, die man vorzeigen kann“, sagte Hermann Blomeyer, Leiter der Umweltabteilung der FMG, zu den Räten. Die Werte entsprächen den Messergebnissen in vorstädtischen bis ländlichen Lagen. „Es konnten keine nennenswerten Belastungen, die auf den Betrieb des Flughafens zurückgehen, konstatiert werden“, betonte Blomeyer.

Die Messungen durchgeführt hat das Prüflaboratorium Müller-BBM. Neben der FMG sind auch der Markt Wartenberg und das Bayerische Landesamt für Umwelt beteiligt. Dem Bericht zufolge liegen alle Einzelergebnisse deutlich unter den Grenzwerten der Bundesimmissionsschutzverordnung. Die Werte für Stickstoffdioxid sind dem 78 Seiten starken Papier zufolge sogar die niedrigsten aller bisher durchgeführten mobilen Messungen.

Die Note „gut“ gab es für Benzol und Stickstoffdioxid, „sehr gut“ sogar für Schwefeldioxid. Für den Feinstaub-Partikel PM10 wurde ein Mittelwert von 17 Mikrogramm pro Kubikmeter festgestellt, was als „befriedigend“ eingestuft wird. Der Grenzwert liegt hier bei 40 Mikrogramm. Zu den Ergebnissen sagte FMG-Vertreterin Christine Seuffert: „Da wären wir in vielen Innenortbereichen froh, wenn wir die hätten.“

Weiterhin nicht gemessen wird Ultrafeinstaub. Hierfür fehlen Blomeyer zufolge weiterhin wissenschaftliche Richtwerte. Dass der Markt aber schon auf eigene Faust zusammen mit Freising, Neufahrn, Hallbergmoos und Berglern mit einem mobilen Gerät misst, darauf verwies 2. Bürgermeister Peter Schickinger (FWG): „Unser Ziel ist, ein offizielles Monitoring in Gang zu setzen.“

Schickinger bat um einen Dialog mit Flughafen und Regierung. Das könne er nur unterstützen, meinte Blomeyer. „Natürlich wissen wir, dass das ein Flughafenproblem ist“, sagte er zum Thema Ultrafeinstaub. Es brauche aber repräsentative Messstellen. Hier sei man in Bayern auf einem guten Weg. Bei der Weltgesundheitsorganisation etwa kenne man den Begriff Ultrafeinstaub aber noch gar nicht.

Man müsse nicht auf Grenzwerte warten, um etwas dafür zu unternehmen, dass die Ultrafeinstaubwerte nach unten gehen, meinte Markus Straßberger (CSU). Er erkundigte sich auch nach den Werten der Nachbargemeinden. Die Ergebnisse von Eitting und Fraunberg seien mit Wartenberg vergleichbar, erklärte Seuffert.

Blomeyer sagte außerdem, dass der Airport im Moos sich anschickt, im Jahr 2030 der erste kohlendioxidfreie Flughafen zu sein. August Groh (SPD) beruhigte das noch nicht. Er wollte wissen, wie sehr eine dritte Startbahn das Klima verändern könnte. Als Seuffert zunächst auswich, meinte Groh leicht verärgert: „Sie haben mir keine Antwort gegeben.“ Im Planfeststellungsverfahren sei alles eingerechnet, sagte Blomeyer dann und versprach: „Sie überschreiten die Grenzwerte nicht.“

Überrascht waren die Experten von der Tatsache, dass die Werte bei Ostwind höher ausgefallen waren als bei Westwind. Sprich: In der Luft war die Schadstoffkonzentration höher, wenn der Wind nicht aus Richtung Flughafen gekommen war. Das hatte auch Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) nicht erwartet. Sein Fazit: „Die FMG hat eine Menge Geld investiert, um bei uns zu messen. Das ist schön. Die Ergebnisse sind noch schöner.“

Der komplette Messbericht

kann im Internet unter www.munich-airport.de/luftguete-wartenberg abgerufen werden.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn / Klaus-Dietmar Gabbert

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Nichts mehr vom Paradies übrig“ - Anwohner der neuen A94 wehren sich weiter 
Das neue Teilstück der A94 im Münchner Osten bringt die Anwohner zur Verzweiflung. Von „paradiesischen“ Zuständen wie vormals ist nichts mehr zu spüren. Wurden vorher …
„Nichts mehr vom Paradies übrig“ - Anwohner der neuen A94 wehren sich weiter 
Neues Kinderhaus in Karlsdorf: Arbeiten fürs Dach fast 70 Prozent teurer
Die Gemeinde Forstern hat die Ausschreibung für Spenglerarbeiten und Dach-Abdichtung aufgehoben. Nur eine Firma hatte ein Angebot abgegeben - und das lag auch noch fast …
Neues Kinderhaus in Karlsdorf: Arbeiten fürs Dach fast 70 Prozent teurer
Tag des Kinderturnens – Die Kleinen toben durch die Halle
Der Bayerische Turnverband schickte dem TSV Dorfen 20 Urkunden. 20? Da mussten noch einige her, denn es waren 70 nötig.
Tag des Kinderturnens – Die Kleinen toben durch die Halle
Münchner Flughafen eröffnet Wintermarkt - „Wirklich sehr rückständig“
Weihnachten auf dem Airport: Am Münchner Flughafen ist es bereits Mitte November festlich. Doch es gibt auch Kritik.
Münchner Flughafen eröffnet Wintermarkt - „Wirklich sehr rückständig“

Kommentare