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Schalen in allen Formen, keine so wie die andere, gibt es bei Daniel Dudek (l.) und Dominik Rutz.

dominik rutz und daniel dudek aus wartenberg

Holzkünstler mit Herzblut

Ringe, Gewürzstreuer und vor allem Schüsseln: Die Wartenberger Dominik Rutz und Daniel Dudek sind in ihrer Freizeit begeisterte Drechsler und fertigen alles aus Holz an. Jetzt träumen sie von einem Stand auf dem Nikolausmarkt.

Von Klaus Kuhn

Wartenberg – Zwei „Holzwürmer“ aus Wartenberg haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam ihre Kunst so weit entwickelt, dass sie sich um einen Stand beim kommenden Nikolausmarkt beworben haben: Dominik Rutz (40) und Daniel Dudek (33). Sie wollen dort Drechselarbeiten vorstellen, die sie in Rutz’ Werkstatt an der Eichenstraße anfertigen.

Beide haben schon in der dritten Generation mit Holz zu tun, in beiden Familien wurde schon früher gedrechselt. Dudek ist gelernter Zimmerer. Die erste Drechselbank, die er von seinem Großvater übernommen hat, gab irgendwann den Geist auf. Heute arbeitet er in der Gartenpflege und ist Spezialist für das Abtragen von Bäumen. Rutz befasst sich beruflich mit Marktunterstützungsprojekten für erneuerbare Energie in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union: „Ich drechsle jetzt in der dritten Generation“, sagt er zu seiner Leidenschaft.

Entsprechend ist auch die Werkstatt ausgestattet: Ketten- und Bandsäge stehen dort, natürlich die eigentliche Drechselbank. An dieser geht es gerade im wahrsten Sinne des Wortes „rund“: Dabei fertigt Rutz in der Regel die großen Schüsseln aus Holz an, während sein Kollege sich auch mit den feineren, filigraneren Arbeiten auseinander setzt. Spezialisiert hat sich das Duo vor allem auf Schüsseln. Aber sie haben noch mehr im Programm, darunter auch Gegenstände, die teilweise nicht gedrechselt werden, wie etwa Büroklammern aus Holz. Auch Fingerringe und Gewürzstreuer stellen die beiden her.

Ihre Hölzer suchen sie sehr sorgfältig aus. „Olivenholz ist ein Highlight zum drechseln“, schwärmt Rutz. Kollege Dudek meint: „Eibe sieht schön aus, ist aber auch giftig.“ Nimmt man die Zeit für die Holzgewinnung dazu, brauchen die beiden Familienväter bis zu fünf Stunden für eine gedrechselte große Obstschale aus Holz. Sie haben dann aber auch ein Einzelstück vorzuweisen, denn schon von der Maserung her ist kein Stück wie das andere. Dudek: „Die meisten kaufen die Rohlinge zu. Das ist zwar billiger, aber wir machen das eben anders. Da steckt viel Herzblut drin.“

Guter Schutz ist das A und O

Und so schärfen die zwei ihre Werkzeuge – jedes Eisen hat einen anderen Winkel, der genau eingehalten werden muss – und legen los. Sie verbrauchen Unmengen Schleifpapier und wissen auch, dass sie besser mit entsprechenden Schutzmaßnahmen vorgehen. So dringt der Staub von Buche beispielsweise bis in die Lunge vor und gilt als krebserregend.

Rutz und Dudek schwören auf erstklassige Werkzeug-Qualität, was sie aber nicht daran hindert, den Vorgänger-Generationen gehörig Respekt zu zollen, denn die hatten nicht so ausgefeilte Drechselbänke und superscharfe Werkzeuge. Rutz hat den Werkzeugschrank seines Großvaters noch in der Werkstatt hängen: „Es ist schon sagenhaft, mit was die damals gearbeitet haben“, meint er begeistert.

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