Imker in Wartenberg

Bienenzuchtverein Wartenberg: Keine Blüten, keine Bienen

Insektenhotels reichen nicht aus, um das Bienensterben zu verhindern. Blüten brauche es auch, sagt der Vorsitzende des Wartenberger Bienenzuchtvereins, Dominik Rutz. Sogenannte So-da-Flächen könnten Abhilfe schaffen.

Auerbach– Beim Bienenzuchtverein Wartenberg tut sich was – nicht nur, weil die Mitgliederzahl leicht gestiegen ist. Mit finanzieller Unterstützung durch den Markt Wartenberg haben die Bienenzüchter einen Schaukasten angeschafft, der im März im Bereich des Bürgerhauses aufgestellt wird.

Nachdem man schon in sozialen Netzwerken präsent ist, soll jetzt auch WhatsApp genutzt werden. Vorsitzender Dominik Rutz ist nämlich der Versuchung des Smartphones erlegen: „Ich bin seit einigen Tagen stolzer Besitzer von so einem Wischi-waschi-Teil“, verkündete er augenzwinkernd in der gut besuchten Frühjahrsversammlung. Der Vorteil: Durch die Kommunikation via Messenger spart sich der Verein Portokosten. Bei nur zwei Euro Mitgliedsbeitrag – im Jahr wohlgemerkt – ist das ein Thema.

In der Versammlung ging es nicht zuletzt darum, was weiter gegen das Insektensterben getan werden kann. „Ich weiß das von der Windschutzscheibe am Auto: Es ist einfach weniger geworden“, sagte Rutz. Als es um Blühflächen und Baumpflanzungen ging, wurde er noch deutlicher: „Insektenhotels werden gut angenommen, aber Blüten müssen auch da sein“, so der Vorsitzende, der deswegen dankbar war, dass der Kreisverband Freising, dem die Wartenberger Imker angehören, einen Besuch im Landtag zusammen mit dem Abgeordneten Benno Zierer (Freie Wähler) organisiert hatte. „Es ist einfach wichtig, dass man immer wieder mit den Politikern redet“, meinte Rutz.

Von Zierer sei schließlich die Idee gekommen, sich die „So-da-Flächen“ in den Kommunen mal näher anzuschauen – für die Bienenfreunde ein interessanter Ansatz. Unter „So-da-Flächen“ verstehe der Abgeordnete solche Flächen, die die Gemeinden zwar hätten, aber nicht nutzten. Da könne man doch eine Menge machen. Die Imker in Wartenberg haben die Unterstützung des Kreisverbands bei diesem Ansinnen.

Dessen Vorstand war mit einer dreiköpfigen Delegation erstmals in der Versammlung im Gasthaus Klug in Auerbach dabei. Kreisvorsitzender Johann Jositz meinte: „Verbesserung der Bienenweiden: Das sind ganz dicke Bretter, die wir da bohren.“ Was gemeindliche Flächen angeht, unterstützte er die Idee: „Das ist ein Thema, bei dem man nachhaltig denken muss.“ Hier müsse mit den Kommunen gesprochen werden.

Honig sei ein enorm wertvolles Nahrungsmittel, das auch seinen Preis hat. Jositz riet den Mitgliedern, ihre Ware nicht zu billig anzubieten. Er und Rutz appellierten an die Mitglieder, die Fortbildungen zu nutzen, die auf Verbands-, aber auch auf Ortsebene angeboten werden. Gelegenheit dazu besteht am Mittwoch, 9. Mai, wenn der erste Imker-Stammtisch bei Rutz zuhause an der Eichenstraße 45 in Wartenberg stattfindet. Klaus Kuhn

Berglerner Blühflächen-Initiative

Nach Langenpreising kommt jetzt auch in Berglern eine Initiative für die Anlage von Blühflächen, um etwas gegen das Insektensterben, vor allem das der Bienen, zu unternehmen. Gemeinderat Franz Röslmair regte im Gemeinderat an, hier tätig zu werden. Bürgermeister Simon Oberhofer bestätigte: „Die Gemeinde hat solche Flächen. Aber die sind stark gedüngt. Die müsste man erst ausmagern, bevor wir da mit Dauerblühern was machen können.“ In der Sitzung kam der Gedanke auf, Ausgleichsflächen, die die Gemeinde ohnehin anlegen muss, für diese Zwecke zu nutzen. Oberhofer zeigte sich interessiert: „Dann müsste das in den Bebauungsplan aufgenommen werden“, sagte er. Grundsätzlich könne man das Thema aufgreifen. Oberhofer erinnerte an die Aktionen des Ortsverschönerungsvereins, der bekanntlich für den privaten Garten Tüten mit Samen für genau solche Blühflächen im Angebot habe. Die Stimmung im Gemeinderat war durchweg positiv, auch wenn es, weil man beim Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ war, noch keinen konkreten Beschluss geben konnte.


Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Balk

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