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Säckeweise Müll haben die Freiwilligen der Initiative „Unfairmüllt“ am Samstag bei Wartenberg gesammelt. Unser Bild zeigt (v. l.): Lisa Gadenne-Wurzbacher, Stephan Hoynatzky und Kathrin Daschinger. 

Initiative „Unfairmüllt“ in Wartenberg aktiv

Freiwillige sammeln 720 Liter wilden Müll

720 Liter wilden Müll haben neun Helfer der Langenpreisinger Initiative „Unfairmüllt“ in nur zwei Stunden entlang eines gut ein Kilometer langen Straßenabschnittes vor der Ortseinfahrt Wartenberg gesammelt. Die schiere Menge des Unrats hat die Ehrenamtlichen erschreckt.

Wartenberg/Langenpreising – Die Reinigungsaktion, die coronakonform von Einzelpersonen oder Personen eines Haushaltes durchgeführt wurde, fand am Samstagvormittag zwischen dem Kreisverkehr zur Ortszufahrt Wartenberg und der etwa einen Kilometer entfernten Brücke über den Mittleren Isarkanal statt. Dort sammelten die Ehrenamtlichen Unmengen an Take-Away- und Plastikverpackungen, 25 Pfand- und Schnapsflaschen sowie unzählige Zigarettenschachteln und Kippen. Mahnend blieben die Müllsäcke während des Wochenendes am Kreisverkehr gestapelt liegen.

Dass es zusätzlich zur routinemäßigen Reinigung der Bauhöfe und zu Ramadama-Aktionen der Gemeinden Zeit für eine derartige Aktion war, begründet Lisa Gadenne-Wurzbacher, Initiatorin und Mitbegründerin der Initiative „Unfairmüllt“, so: „Der Schnee hat über viele Wochen unsere schöne Landschaft bedeckt. Aber eben nicht nur diese, sondern auch die immensen Mengen an Littering-Müll, gerade entlang der am Samstag beschrittenen Route, die nicht zufällig gewählt war. Mit den wärmeren Temperaturen wurde die Vermüllung so deutlich sichtbar, dass wir das Problem anpacken mussten.“

Motiviert griffen die Freiwilligen also zu ihren Müllgreifern, um jedes noch so kleine Teilchen Unrat aufzunehmen. „Wenn es streckenweise mühsam zu werden droht, sage ich mir immer: Nicht unser Müll, aber unser Planet“, erklärt Gadenne-Wurzbacher. Denn je länger dieser wild entsorgte Müll liegen bleibe, desto schwieriger werde dessen Beseitigung. Besonders problematisch seien Stoffe aus Plastik- und Styropor. „Beides zerfällt, begünstigt durch Witterungseinflüsse, bereits bei leichten Kontakten in kleine Einzelteile, das sogenannte Mikroplastik, und ist quasi nicht mehr vollständig aufzunehmen“, erklärt Gardenne-Wurzbacher. Stattdessen verbleibe es mit all den enthaltenen Schadstoffen in der Natur und finde womöglich gar seinen Weg in Gewässer. „Achtlos in die Natur geworfener Müll kann also in sensible Ökosysteme gelangen und, darauf weist die Wissenschaft immer stärker hin, sogar Bestandteil unserer Nahrungskette werden“, sagt die „Unfairmüllt“-Initiatorin.

Die Ehrenamtlichen beschäftigten sich deshalb seit 2018 mit einem größtmöglichen Verzicht auf Einwegplastik, geben Tipps zur Müllvermeidung und veranstalten regelmäßige Aktionen, um die Natur von Unrat zu befreien. Wer Interesse hat, sich anzuschließen, kann per E-Mail an info@unfairmuellt.org oder über Facebook Kontakt aufnehmen. Als Willkommensgeschenk gibt’s einen kleinen hölzernen Müllgreifer. Die nächste öffentliche Ramadama-Aktion des Marktes Wartenberg findet übrigens am 20. März statt –mit tatkräftiger Unterstützung der Initiative „Unfairmüllt“. GABI ZIERZ

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