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Blechdach nach 25 Jahren Schrott

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Wartenberg muss das Dach des Kinderhauses für 694 000 Euro sanieren. Sogar über einen Abriss wurde diskutiert.

Wartenberg– Das Haus für Kinder in Wartenberg ist keine 25 Jahre alt. Das Zinkblechdach ist aber schon ein Fall für den Schrottcontainer. Undichte Stellen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach geflickt. Ein großer Teil ist notdürftig mit einer Plane abgedeckt. Architekt Martin Reichart präsentierte dem Marktgemeinderat eine Kostenschätzung, die die Mitglieder schlucken ließ: 694 000 Euro für ein Edelstahldach inklusive Planung.

„Eine Million is glei beinand“, prophezeite 3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU). Die Fenster müssten ebenso saniert werden wie die Nordfassade. Zudem habe das Gebäude schon immer ein Hitzeproblem gehabt, weswegen über eine Lüftungsanlage diskutiert wurde. „Mein Alternativvorschlag: Wir bauen einen komplett neuen Kindergarten in den Garten“, sagte Pröbst. Wenn dieser fertig sei, könne das bestehende Kinderhaus abgerissen und an dessen Standort das Parkplatzproblem gelöst werden. Für solche Bauprojekte gebe es 50 bis 80 Prozent Zuschuss.

„Die Fassade gehört einfach gestrichen“, erwiderte der Architekt. Ebenso sei es in der Regel bei den Fenstern. Nach seiner Einschätzung sei die Substanz gut, sagte der Planer. „Alles wegzuschmeißen, ist etwas, was mir total widerstrebt“, erklärte Eduard Ertl (Neue Mitte). Michael Paulini (SPD) sah es genauso.

Am Ende nahm der Marktgemeinderat dennoch einstimmig Pröbsts Vorschlag in den Beschluss auf. Der Architekt soll sowohl den Sanierungsbedarf des bestehenden Kinderhauses untersuchen als auch eine Kostenschätzung für einen Neubau inklusive Abriss abgeben.

Architekt Reichart hatte das Dach in drei Begehungen untersucht. „Ich war erstaunt, wie fortgeschritten die Zink-Korrosion ist“, berichtete er. Die Beschädigungen am Dach hätten zwei Hauptgründe. Der erste ist die aus heutiger Sicht unzureichende Dampfsperre. Die deswegen ständig wechselnde Feuchtigkeit unter dem Dach habe über die Jahre dazu geführt, dass Nägel durch die Balken „von unten durchgewandert“ seien und nun von innen gegen das Blech drücken. „Es gibt tausende solcher Stellen“, erzählte Reichart.

Der zweite Grund sei ein Irrtum in der Baubranche der 1990e Jahre, erläuterte der Planer. Unter dem Zinkblech sei eine bituminöse Unterbahn verlegt worden – so wie es der Dachhersteller empfohlen habe. Doch dieses Material entwickle ab 50 Grad Schwefelsäure, die das Blech angreift. „Dort ist es oft 80 bis 90 Grad heiß“, sagte Reichart. Dem damaligen Architekten und der ausführenden Firma sei kein Vorwurf zu machen, erklärte er. „Das war Stand der Technik.“ Teuer wird die Sanierung nach den Worten des Planers auch wegen der großen Fläche von 1350 Quadratmetern sowie der komplexen Form des Gebäudes mit Rundungen und komplizierten Anschlüssen.

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