Der umstrittene Denkzettel.

Kommunalwahl 2020

Ärger um Denkzettel: „Menschenverachtende“ oder gerechtfertigte Aktion im Wartenberger Wahlkampfendspurt?

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Für Aufsehen gesorgt hat zwei Tage vor der Wahl in Wartenberg ein so genannter „Nachdenkzettel“ an die Haushalte, den Grüne, SPD, FDP und FWG – unter anderem von ihren Bürgermeisterkandidaten unterzeichnet – in Umlauf gebracht hatten. Scharf angegriffen wurde darin die CSU. Sämtliche Parteien haben nun Stellung zu diesem Aufreger bezogen.

Wartenberg - Für Aufsehen gesorgt hat zwei Tage vor der Wahl in Wartenberg ein so genannter „Nachdenkzettel“ an die Haushalte, den Grüne, SPD, FDP und FWG – unter anderem von ihren Bürgermeisterkandidaten unterzeichnet – in Umlauf gebracht hatten. Wie berichtet, wurde darin der CSU vorgeworfen, sich nicht an die Plakatierungsverordnung zu halten. „Sollten Missachtung und Hintergehen von Regeln und Verordnungen die zukünftige Politik im Rathaus steuern, so sehen wir schwarz für unsere Marktgemeinde“, heißt es im Flyer. Der CSU wird darin vorgeworfen, sie nutze die durch die Wahl und Corona-Krise bedingte Überlastung der Verwaltung, um sich über die Verordnung hinwegzusetzen.

„Warum man so was anfängt, verstehe ich nicht“, sagt der neu gewählte Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) unserer Zeitung zur Flyer-Aktion. Sonderlich von Erfolg gekrönt war die späte Attacke nicht. „Der Bürger mag keinen Streit“, sagt Pröbst dazu. Die einzige Konkurrenz-Gruppierung, die sich nicht an der Aktion beteiligt hat, ist die Neue Mitte. Ihre Bürgermeisterkandidatin hat für den Flyer überhaupt kein Verständnis. „Ich war entsetzt und finde das menschenverachtend“, schimpft Carla Marx. Zumal sich keine Partei oder Gruppierung komplett an die Verordnung gehalten habe.

Eine unschöne und unnötige Aktion, wie unsere Zeitung am Montag in ihrem Kommentar befand? „Das kann man so und so sehen“, findet Heike Kronseder (FWG), deren Name auch auf dem Denkzettel steht. Es sei ausgemacht gewesen, dass sich alle an die Plakatierungsverordnung halten, was die CSU nicht getan habe. Kronseder bestreitet jedoch, dass der Zettel verteilt wurde, um noch etwas am Ausgang der Wahl zu ändern.„Es war einfach was zum Nachdenken“, sagt sie. Die CSU habe die eigentlich nicht erlaubte Werbung abgebaut und dann wieder aufgebaut. „Das geht einfach nicht“, kritisiert August Groh von der SPD, der auch als Unterzeichner genannt wird. Das Vorgehen der CSU ist für ihn jedoch nicht der Grund, weshalb sie so gut – und die anderen eben zumeist schlechter – abgeschnitten hat.

„Mir war es wichtig, dass die Leute darüber nachdenken“, erklärt Nikolaus Hintermaier (FDP), der auch auf dem Flyer genannt wird. Ebenso wie alle drei künftigen Grünen-Markträte. 

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