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Komposition von Christian Rott 

„Kleine Weihnachtsgeschichte“ ganz groß

Angekündigt war es als „Kleine Weihnachtsgeschichte“, aber das war pure Untertreibung: Christian Rott hat als Komponist etwas ganz Großes geschaffen. Die von ihm geleitete Vorstellung des Wartenberger Kirchenchors mit dem Männerensemble Nurmana, einem Kinderchor, dem Chor Hand in Hand, einem starken Orchester und Solistin Stephanie Weltrich-Streit erntete am Sonntag nicht enden wollende stehende Ovationen. Das zeigte den Musikern in der Pfarrkirche Mariä Geburt nach einer Stunde eines kraftvollen Programms, dass sich der gewaltige Aufwand gelohnt hat.

Wartenberg – Sprecher Stefan Voglhuber hielt sich weitgehend an den biblischen Text. Hier zeigte sich allerdings, dass an der Tontechnik noch etwas gefeilt werden könnte, das Gelesene war nur schwer verständlich. Die soziale Lage von Maria und Josef thematisierte der Text allerdings sehr wohl. Rott machte einen großen Schnitt und setzte gleich mit dem Marsch nach Betlehem ein, den er auch nur sparsam ausschmückte und die Beschwerlichkeit für die Hochschwangere andeutete.

Die Herbergssuche, sonst gern enorm ausgeschmückt, ließ Rott ganz ausfallen. Auch die Geburt Jesu beschrieb er eher lapidar: „Dort hatte Maria das Kind bekommen, von dem der Engel geredet hatte.“ Dafür aber gingen Chöre und Instrumentalisten beim Gesang der Engel in die Vollen und machten den Bibeltext in der Pfarrkirche erlebbar.

Etwas romantisch beschrieb Rott die Art, wie das Paar sein Leben in dem Stall organisiert. Auch als die Hirten schließlich zum Stall kommen, setzten Pauken und Blechbläser kraftvoll ein. Interessant: Die Anbetung der Hirten wurde weitgehend mit Frauenstimmen intoniert.

Schließlich die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland: Rott gestaltete deren Rückmarsch in einem weiten Bogen um Jerusalem und den Palast des später für den Kindermord von Betlehem verantwortlichen Herodes als ein furioses Finale. Er baute vor dem geistigen Auge der Gäste in der restlos vollen Kirche das Bild von den überaus glücklichen drei Reitern auf, die froh waren, den neuen König gefunden zu haben.

Die „kleine“ Weihnachtsgeschichte endete hier, Rott ersparte den Zuhörern das Massaker an den Erstgeborenen. Und entließ sie mit positiven Gefühlen. Genau die, die Pfarrer Gregor Bartkowski den Gästen gewünscht hatte. Dass so viele Kinder mitmachten, bezeichnete der Geistliche als besonders schön. K laus Kuhn

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