1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Wartenberg

Verkaufsoffene Sonntage in Wartenberg: Drei Firmen müssen draußen bleiben

Erstellt:

Von: Markus Schwarzkugler

Kommentare

null
Der Wartenberger Marktplatz ist zentraler Ort der verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage. © Peter Gebel

Da die Verordnung über verkaufsoffene Sonn- und Feiertage ausgelaufen ist, muss sie der Markt Wartenberg neu erlassen. Das bringt Ärger mit sich. Nicht etwa, weil der Markt an seinen ohnehin nur zwei Terminen festhält. Sondern, weil die Überarbeitung zur Folge hat, dass drei alteingesessene Unternehmen nicht mehr ihre Pforten öffnen dürften. Der Marktrat wehrt sich und will mit dem Landratsamt noch mal verhandeln.

Wartenberg – Der Markt hat zusammen mit der Behörde einen Geltungsbereich entworfen. Verwaltungschef Werner Christofori erklärte im Gemeinderat, dass „vom Gesetzgeber her ein sehr beengter Kreis“ zugelassen werde. So beengt, dass künftig das Fahrradgeschäft Schauer, die Gärtnerei Stockmaier und der Steinmetzbetrieb von Rat Paul Neumeier (FWG) außen vor bleiben. Diese hatten bislang geöffnet und wurden von den Marktgängern mit der Bockerlbahn angesteuert.

Hinter der strengen Festsetzung steckt laut Christofori der Gedanke, dass der Anlass der Sondertage das zentrale Marktgeschehen sei. Die alte Fassung habe überholt werden müssen, dem Markt seien „die Hände gebunden“.

Apothekerin Stephanie Weltrich-Streit hat eine Stellungnahme des Gewerbevereins verfasst. Darin heißt es: „Wir lehnen die Beschränkung auf den inneren Ortskern ab.“ Die neue Regelung verbiete langjährigen ortsansässigen Einzelhändlern die Möglichkeit zur Öffnung.

Neumeier meinte süffissant, er könne seine Grabsteine ja zum Marktplatz karren oder das Geschäft Schauer seine Fahrräder. Möglich wäre das, merkte Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) an. „Aber der Aufwand ist immens“, sagte Neumeier dazu.

Heidrun Stockmaier sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, sie sei traurig, weil ihre Gärtnerei immer dabei gewesen sei. Sie könne sich zwar vorstellen, am Marktplatz auszustellen. Persönlich werde sie sich dort aber nicht hin begeben. Denn dann sei Hochsaison, und ihre Gärtnerei habe ohnehin dank einer Sondergenehmigung – etwa für den Schnittblumenverkauf – sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. „Wir gehören auch zum Ort“, stellte Stockmaier enttäuscht fest.

„Ich verstehe das nicht“, sagte Michael Paulini (SPD) in der Ratssitzung. Die Verbindung zu den Unternehmen durch die Bockerlbahn könne man ja als Argument dem Landratsamt vorlegen.

„Wenn wir die Verordnung ablehnen, dürfen wir dann gar nicht aufmachen?“, fragte CSU-Ortschef Markus Straßberger und hatte mit dieser Vermutung recht. Das Gremium verabschiedete deshalb zwar die Verordnung, es will mit der Kreisbehörde aber noch mal wegen der räumlichen Einschränkung nachverhandeln. Das Thema steht am 16. April erneut auf der Tagesordnung der Marktratssitzung.

In Wartenberg ist am letzten Sonntag im April anlässlich des Jahrmarkts verkaufsoffen und am Pfingstmontag, wenn auch das Radrennen der RKB Solidarität stattfindet. Zu den zwei Sonderterminen hatte der Markt auch die Kirchen um Stellungnahmen gebeten. Während der katholische Pfarrer Gregor Bartkowski keine Einwände hatte, bezeichnete sein evangelischer Kollege Steffen Barth die arbeitsfreien Sonntage als hohes Gut. Supermärkte sollten zumindest ausgeschlossen werden, wenn der Markt auf den beiden Tagen bestehe. 2. Bürgermeister Peter Schickinger (FWG) äußerte Verständnis und lobte Barths „sehr, sehr intensive Stellungnahme zum Wert des Sonntags“.

Auch interessant

Kommentare