MarktGemeinderat Wartenberg

Angst vor zu großer Verdichtung

Auch der Markt Wartenberg kämpft gegen eine übertriebene Nachverdichtung im Innenraum. Anlass ist ein größeres Bauvorhaben.

WartenbergEin Investor möchte in Wartenberg an der Ecke Robert-Weise-/Moosburger Straße eine Einheit mit zehn und eine mit acht Wohneinheiten realisieren. Dritter Bürgermeister Christian Pröbst fragte in die Runde des Gemeinderats: „Wir setzen da ein Zeichen. Wollen wir das?“ Er sprach sich für eine Reduzierung aus, wie vor ihm schon andere. „Wenn wir das so durchwinken, schaffen wir Bezugsfälle“, warnte er.

Walter Gebhart formulierte es noch weitreichender: „Wo soll der Ort hinmarschieren? Wir haben nicht so viel Platz.“ Das Vorhaben erschien den meisten Räten deutlich zu dominant. Auch wenn es sich Bürgermeister Manfred Ranft an dieser Stelle gut vorstellen konnte, vor allem von der Straßenerschließung über die Moosburger Straße her. Das sei ja keine kleine, ruhige Wohnstraße, meinte er, und ging damit auch auf das Thema Bezugsfälle ein. Immerhin 36 Stellplätze plus Parkflächen für Besucher werden benötigt. Gleichwohl sprach Eduard Ertl von einem „riesen Riegel“, der da entstehe.

Pröbst machte deutlich, dass es noch weitere Flächen im Markt gebe, in denen eine vorhandene kleinere Bebauung durch solche Mehrfamilienhäuser ersetzt werden könnte.

Michael Gruber äußerte den Verdacht, dass Planer Franz Pezold hier die Vorstellungen des Investors in einen Plan gegossen habe, und kommentierte: „Ich bin schon etwas enttäuscht.“ Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Pezold entschieden und sagte: „Der Bauherr hat meine Vorschläge übernommen und nicht umgekehrt.“ Damit hatte Pezold aber den schwarzen Peter selbst an sich gezogen und wurde von einer breiten Mehrheit im Gremium wieder an den Zeichentisch geschickt mit der klaren Vorgabe, hier zu reduzieren.

Auch an einem anderen Ende von Wartenberg wird Wohnraum geschaffen, wenn auch nicht in dieser massiven Form: An der Zustorfer Straße Richtung Gewerbegebiet möchte ein Grundeigentümer ein Sechs- und ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung errichten. Die Einbindung in die umliegende Bebauung, die Chancen einer Weiterentwicklung der Gemeinde, all das sei dem Planer hier aus Sicht des Gremiums gut gelungen. Der erforderliche Bebauungsplanentwurf kann ins Verfahren gehen.

Um Gerüchten wie beim Verfahren an der Robert-Weise-Straße gleich zu begegnen, meinte Pezold, dass sich der Bauherr auch hier ursprünglich etwas anderes vorgestellt habe, ging aber nicht näher darauf ein, was.

Der Gemeinderat würde gern sehen, dass der Gehweg an dieser Stelle verbreitert wird, um eine Fortführung Richtung Gewerbegebiet zu ermöglichen, vielleicht sogar eine Verbreiterung der Straße, weil mit mehr Verkehr zu rechnen ist.

von Klaus Kuhn

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