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Die Pusteblume ist nicht gerade der Liebling der Allergiker – auch nicht in Wartenberg.

Marktgemeinderat Wartenberg

Hickhack um den Löwenzahn

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Wann soll denn nun der Löwenzahn gemäht werden? Darüber entwickelte sich im Wartenberger Marktgemeinderat eine pikante Diskussion.

Wartenberg– Wenn Grundstücke nicht bebaut sind und weder land- noch forstwirtschaftlich genutzt werden, drohen sie zu verwildern. Zumindest, wenn sich der Eigentümer nicht um die Pflege kümmert. Um das zu verhindern, hat die Marktgemeinde Wartenberg vor zehn Jahren die sogenannte „Verordnung über die Pflege unbebauter Grundstücke innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“ erlassen. Sie verpflichtet die Eigentümer zur Pflege ihrer Grundstücke, damit diese nicht verwahrlosen. In der Sitzung am Mittwochabend stand eine mögliche Änderung dieser Verordnung zur Diskussion. Im Fokus der Debatte stand der Löwenzahn.

„Vergangenes Jahr haben sich an der Thenner Straße die Nachbarn über den Löwenzahn beschwert. Der ist erst gemäht worden, als alles rumflog“, berichtete Ranft vom Pusteblumen-Ärger, der vor allem Allergiker alles andere als erfreut. „Eventuell sollten wir festlegen, dass schon früher gemäht wird.“

Die Verordnung gilt für die Orte Wartenberg, Auerbach, Manhartsdorf, Pesenlern und Thenn. Darin heißt es unter anderem, dass die Grundstücke zweimal im Jahr – einmal im Mai oder Juni und einmal im August oder September – gemäht werden müssen. Aber: „Die Anwohner sagen, Ende April, Anfang Mai wird’s eine Pusteblume“, so Ranft.

Im Gremium entwickelte sich eine eifrige Debatte darüber, wann denn nun gemäht werden soll. „Spätestens im Mai“, fand zum Beispiel Eduard Ertl (Neue Mitte). Doch das Ganze ist alles andere als einfach, wie CSU-Ortschef Markus Straßberger aus eigener Erfahrung berichtete: „Unser Garten besteht nur aus Löwenzahn. Mit ein paar mal Mähen wirst du dem nicht her.“ Außerdem betonte er: „Wir haben viele Gräser-Allergiker.“

„Allergiker hin oder her“, meinte Paul Neumeier (FWG) dazu, „die Bauern mähen fünfmal im Jahr. In der Natur ist nichts mehr für die Tiere“. Man müsse auch mal was aufblühen lassen, fand er.

Bestens mit dem Thema vertraut ist August Groh. Der SPD-Mann ist nämlich Geschäftsführer des Erdinger Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege. „Das ist eine Gratwanderung“, sagte er. Man müsse pragmatisch vorgehen, „beobachten und sagen: ,Jetzt gehört gemäht“. Bei so einer quasi tagesaktuellen Vorgehensweise sah Sebastian Baumann (Neue Mitte) jedoch das Problem, dass der mit der Grundstückspflege Beauftragte dann eventuell so kurzfristig keine Zeit hat.

Für Lacher sorgte Ranft, als er vorschlug, der Pusteblume mit dem Staubsauger Herr zu werden. 3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) war der Diskussion überdrüssig und schlug vor, die Verordnung so zu belassen. So kam es auch, aber nur mit einem Votum von 9:7 Stimmen.

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