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Die Showtänzer von Dance United.

Marktrat

Debatte um Zuschuss: Ist Dance United kein guter Repräsentant Wartenbergs?

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Vereinsanträge auf finanzielle Unterstützung sind in Gemeinderäten oft schnell abgehandelt. Im Wartenberger Marktrat entwickelte sich nun aber eine interessante Diskussion um einen Antrag der Showtanzformation Dance United. Um 3000 Euro hatte diese als Zuschuss für sein Jugendtrainingslager gebeten. Am Ende wurde die Summe zwar einstimmig bewilligt, ihre Höhe war jedoch umstritten. Und es wurden Zweifel laut, ob der Verein den Markt nach außen überhaupt ausreichend repräsentiere.

VON MARKUS SCHWARZKUGLER

Wartenberg– „Unser Verein ist über die Grenzen der Marktgemeinde hinaus für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt. Etwa 120 bis 150 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren sind im Verein aktiv und damit wesentlicher Bestandteil des Vereinslabens des Marktes Wartenberg geworden“, schreibt Dance-United-Vorsitzender Johann Brückl im Antrag. Drei Tage im September verbrachte der Verein drei Tage in einem Sportcamp des Bayerischen Landes-Sportverbands in Regen. Die Kosten betrugen laut Brückl mit Übernachtung und Busfahrt gut 7500 Euro, wovon die Eltern knapp 2900 Euro gezahlt hätten. Damit habe der Verein einen Fehlbetrag von knapp 4700 aufzubringen.

Nachdem der Verein einmalig mit der Körperschaftssteuer (knapp 3700 Euro) und der Gewerbesteuer (gut 2700 Euro) belastet worden sei, „ist der finanzielle Spielraum doch sehr angespannt“. Daher Brückls Bitte um einen Zuschuss von 3000 Euro für die Kinder- und Jugendarbeit von Dance United.

„Das Wartenberg kommt ein bisschen wenig rüber“, fand Josef Sedlmaier (CSU). Sein Gedanke: Der Standort des Vereins kommt ihm zufolge etwa im Vereinsnamen, auf der Homepage – dort steht auf der Startseite tatsächlich nur Dance United – oder bei Auftritten wenig rüber. „Also auf dem Briefkopf steht Dance United e.V. Wartenberg“, meinte sein Parteikollege und 3. Bürgermeister Christian Pröbst in Bezug auf das Antragsschreiben.

Jugendreferentin Isabell Haindl (CSU) stellte sich auf die Seite des Antragstellers: „Meinte Tochter war selber Tänzerin. Da weiß ich, was für Kosten alleine fürs Tanzen auf die Eltern zukommen. Der Verein repräsentiere den Ort „weit über die Grenzen hinaus. Auf den Jacken steht ,Dance United Wartenberg‘“.

Heike Kronseder (FWG) berichtete von einer Diskussion im Aktionskreis ihrer Partei am Tag vor der Marktratssitzung: „Es gab viele kritische Stimmen. Viele Kinder kommen von wo anders, der Name Wartenberg steht nicht auf der Homepage. Die kriegen für ihre Auftritte richtig Gagen und haben Sponsoren. Jetzt weiß ich nicht, ob es unsere 3000 Euro wirklich braucht.“ Dennoch stellte sich Kronseder hinter Haindl, denn bei Dance United seien viele Mädchen „sehr gut untergebracht“.

Die neue Markträtin Carla Marx (Neue Mitte) meinte, man müsse zumindest die Höhe des Zuschusses hinterfragen. „Bei den Steuern, die da gezahlt werden mussten, müssen auch Einnahmen dagewesen sein“, meinte sie. „Ich finde nicht gut, wie der Antrag formuliert ist“, sagte Eduard Ertl (Neue Mitte). Und er sei ihm erst kurzfrisitig am Sitzungstag zugestellt worden. „Ich habe ihn heute leider erst um 11.40 Uhr gekriegt“, entgegnete Pröbst.

Michael Gruber (SPD) verwies darauf, dass der Marktrat ja vor geraumer Zeit einen Antrag der DLRG abgelehnt hatte. Diese wollte das Wappen des Marktes auf ihren Fahrzeugen führen (wir berichteten). Dass der Ort eventuell nicht ausreichend repräsentiert wird, sollte man nun also nicht negativ auslegen, so Grubers Gedanke. Letztlich wurde der Antrag auch in der Höhe einstimmig durchgewunken.

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