Marktrat Wartenberg

Reibereien um Reiter-Saal

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Wartenberg – Die Sanierung des Reiter-Saals entzweit den Marktrat. Manche Räte sind sicher, dass das Projekt zu teuer wird.

Eine „zerstörende Untersuchung“ im Reiter-Saal hat die Harmonie im Marktgemeinderat Wartenberg zumindest empfindlich gestört. Angesichts von weiteren Kosten sprach sich fast die Hälfte des Gremiums für einen sofortigen Stopp aller Bemühungen um die Sanierung aus. Der entsprechende Antrag von Paul Neumeier (FWG) scheiterte allerdings knapp mit 7:8 Stimmen. Also wird weiter geprüft, ob eine Renovierung technisch möglich und wirtschaftlich ist.

Bisher stehen 13 000 Euro Architektenhonorar für die Studie plus nun 8000 Euro für die Untersuchung der „Tonerde-Schmelzbetondecke“ einer Halle der Brauerei unter dem Saal auf der Rechnung. Die so genannte Landshuter Decke war Ende der 1950er Jahre gebaut worden. Nach Einstürzen in anderen Gebäuden wurde die Decke in Wartenberg Anfang der 1960er ertüchtigt. Nur mit einem Teilaufbruch kann nun überprüft werden, ob sie tragfähig ist und heutigen Standards entspricht.

Bürgermeister Manfred Ranft (FWG) ließ durchblicken, dass ein negativer Befund das Ende der Sanierungspläne sein könnte. Beim Thema Fluchtwege mache er sich dagegen keine Sorgen. „Es ist ein sehr großes Plus, dass man den Saal nach hinten ebenerdig verlassen kann“, sagte er.

Grundsätzliche Kritik übte Sebastian Baumann (NMW). „Da droben am Sportzentrum entstehen wunderbare Veranstaltungsräume – mit Parkplätzen und behindertengerecht“, sagte er. Da brauche es die seiner Einschätzung nach sehr teure Sanierung nicht. Neumeier sah das genauso und prophezeite: „Das läuft aus dem Ruder.“

„Ich plädiere dafür, den Eigentümer zu beteiligen“, erklärte Michael Gruber (SPD). „Dann kannst du’s vergessen“, antwortete Ranft. Nach seinen Worten steht weder ein finanzielles Engagement der Familie Reiter noch eine Übernahme des Saales durch die Kommune zur Debatte.

Der Bürgermeister äußerte allerdings Hoffnung, dass Wartenberg für die Sanierung des ganzen Ortskerns samt Saal in ein Programm der Städtebauförderung kommen könne. Für die dafür nötige „interkommunale Zusammenarbeit“ mit einer Partnergemeinde gebe es zumindest „hoffnungsvolle Signale“.

Timo Aichele

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