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Ein solches Schild wird es bald an der Moosburger Straße in Wartenberg geben.

Emotionale Debatte im Marktrat

Wartenberg: Tempo 30 und Halteverbot an der Moosburger Straße 

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Anwohner der Moosburger Straße in Wartenberg fürchten um ihre Gesundheit und die Sicherheit ihrer Kinder. 53 Unterschriften hat Stephan Reitmeier deshalb beim Markt eingereicht, verbunden mit dem Antrag auf Tempo 30 und Verkehrsberuhigung. Vor ziemlich genau einem Jahr war der Anwohner mit einem ähnlichen Antrag noch abgeblitzt. Jetzt hat der Marktrat dem Tempolimit zugestimmt, hinzu kommt ein Halteverbot. Marktrat Eduard Ertl (Neue Mitte) wurde in der Debatte emotional.

VON MARKUS SCHWARZKUGLER

Wartenberg – Wie berichtet, hat das Gremium den Antrag vor einem Jahr unter anderem deswegen abgelehnt, weil man aufgrund der unübersichtlichen Lage mit vielen parkenden Autos an der Straße ohnehin kaum schneller als 30 km/h fahren könne. Das haben laut Reitmeier jedoch Geschwindigkeitsmessungen konterkariert. Teils seien sogar 80 km/h gemessen worden, und das bei Schneefall. „Die erlaubten 50 km/h und das hohe Verkehrsaufkommen sind für uns Anlieger nicht mehr hinnehmbar“, heißt es in dem Antrag, der bauliche Veränderungen und einen Fußgängerüberweg an der Schulbushaltestelle vorschlägt.

Reitmeier weist stellvertretend für die Anwohner darauf hin, dass die Moosburger Straße als Schulweg genutzt werde, es beim Verlassen der Häuser immer wieder zu gefährlichen Situationen komme, weil der abgesenkte Gehsteig oft als Fahrbahn genutzt werde. Das hohe Verkehrsaufkommen mache das Ein- und Ausfahren, das Be- und Entladen sowie das Ein- und Aussteigen „zu einem gefährlichen Unterfangen“. Hinzu komme die Lärmbelastung auch wegen zahlreicher Lkw. Laut Landkreis sei die Strogenstraße als Durchfahrtsstraße gelistet, die nicht entlastete Moosburger Straße dagegen eine einfache Gemeindestraße. „Für den Schutz unserer Kinder tragen Sie als Marktgemeinde eine besondere Verantwortung, auf die wir nicht erst im Haftungsfalle zurückkommen möchten“, schreibt Reitmeier.

„Das hat mich emotional sehr aufgewühlt und mir eine schlaflose Nacht bereitet“, sagte Ertl, ein gebürtiger Rosenstraßler, der an der Moosburger Straße regelmäßig vorbeikommt. Dass der Marktrat dafür verantwortlich sei, wenn es Tote gebe, eine solche Feststellung fand Ertl „schon ein bissl hart“. 50 km/h könne man an der Straße kaum fahren , „da müsste man sich schon anstrengen“. Ertl stimmte als einziger gegen Tempo 30 für den Bereich zwischen der Kreuzung mit der Aufhamer Straße und dem Kreisverkehr. „Als ob wir einen Schullehrer bräuchten, der uns zwingt, wie der Verkehr zu regeln ist. Jemandem den Schwarzen Peter zuzuschieben, finde ich nicht in Ordnung“, kritisierte Ertl. „Ein paar Wahnsinnige“, die schon mit 80 km/h durchgefahren seien, könne man so oder so nicht in den Griff bekommen, befand Ertl, der sagte, dass an der Straße der Räum- und Streudienst und auch die Feuerwehr fast nicht durchkämen. Ertl appellierte an die Anlieger, ihre Stellplätze zu nutzen und nicht an der Straße zu parken.

Und er schlug ein Halteverbot 50 Meter vor und hinter der Bushaltestelle vor, damit die Situation übersichtlicher wird. Wenn ein Kind hinter dem Bus auf die Straße laufe, „dann kannst das nicht dabremsen“.

Einstimmig sprach sich der Rat nach intensiver Debatte für ein solches Halteverbot aus. Weiter ausgebaut wird dieses nicht, freilich wollen auch Besucher der Anwohner irgendwo parken. Darauf hatte auch Ertl hingewiesen.

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