Am kleinen, runden Tisch im Büro von Manfred Ranft (M.) bespricht er mit Margit Maxminer und Michael Hagl die Bauanträge. foto: aichele

Eigenes Bauamt für Wartenberg

Mehr Einwohner, mehr Aufgaben: „Das Rathaus wächst mit“

Wartenberg - Seit Oktober hat das Rathaus Wartenberg ein eigenes Bauamt. Der Leiter ist Michael Hagl (31).

Die Region boomt, Menschen ziehen zu, viele Häuser werden gebaut. Das bedeutet nicht zuletzt für die Gemeindeverwaltungen mehr Arbeit. „Das Rathaus wächst mit“, sagt Bürgermeister Manfred Ranft zu dieser Entwicklung. In einer Personalie wird das derzeit immer mehr Menschen im Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg deutlich: Michael Hagl - seit Anfang Oktober 2015 ist er der Leiter des neu geschaffenen Bauamts im Rathaus Wartenberg.

Der 31-jährige Ingenieur deckt nun ein weites Feld ab, das die Bürgermeister, Geschäftsleiter Maximilian Sertl und weitere Mitarbeiter bisher nebenher bestellen mussten: erste Prüfung von Bauvorhaben samt Beratung der Antragsteller, Koordinierung kommunaler Bauprojekte und Steuerung der Bauhöfe.

Vieles davon „blieb eigentlich an uns Bürgermeistern hängen“, erzählt Ranft. Dabei habe er natürlich viele andere Pflichten und sei kein Fachmann. „Meine Familie hat schon gescherzt: Muss du eigentlich in jedes Kanalloch schauen?“ Das sei jetzt bei einem Experten viel besser aufgehoben.

„Man kann die Projekte intensiver betreuen“, sagt Hagl. So könne bei wichtigen Vorhaben wie der Sanierung des Alten Schulhauses in Wartenberg oder dem Schulneubau in Langenpreising ein wöchentlicher Jour fixe angesetzt werden. „Ich bin nur auf Anforderung auf die Baustelle gekommen“, meint Ranft.

Die Kanalsanierung in der Thenner Straße war ein erstes wichtiges Projekt des Bauamtsleiters. „Das war täglich Thema“, erzählt Hagl. Alleine die Verkehrsführung der Schulbusse habe regelmäßige Gespräche erfordert.

An der Robert-Weise-Straße habe Hagl greifbare Verbesserungen erzielt, meint sein Chef. Im Vergleich zum ursprünglichen Plan sei der Gehweg stellenweise um 20 Zentimeter breiter. „Und schöner schaut’s auch noch aus“, lobt Ranft.

Außerdem lasse sich Geld sparen, erläutert der Bürgermeister. „Bei der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gibt es erhebliche Spielräume“, berichtet er. Darauf habe ihn Hagl hingewiesen. Es sei ohnehin komplizierter geworden. Denn nachdem Wartenberg die 5000-Einwohner-Marke geknackt hat, ist die gesamte Verwaltungsgemeinschaft - also auch Berglern und Langenpreising - gezwungen, Ingenieurleistungen auszuschreiben.

Hagls Mitarbeiterin im Bauamt ist Margit Maxminer. Durch die Hände der Verwaltungsfachangestellten gehen zunächst alle Bauanträge. „Wenn Bürger dazu Fragen haben, versuchen wir, das adäquat zu beantworten“, sagt der Bauamtsleiter. Die meisten würden nur einmal im Leben bauen, da sehe er das als wichtige Aufgabe.

Vor seinem Dienstantritt in Wartenberg hat Hagl in München gearbeitet. 2010 hatte er an der Hochschule Weihenstephan sein Diplom in Landschaftsbau und Management gemacht. Entsprechend dem Schwerpunkt im Studium war er 2010 bis 2013 Leiter des Tiefbauamts in Murnau. Weitere zwei Jahre leitete er in einem Ingenieurbüro größere Infrastrukturprojekte. Die Stelle in Wartenberg sieht er nun als Herausforderung. Außerdem sei er näher an Buch am Erlbach, wo er mit seiner Frau lebt, erzählt er.

Das Rathaus befinde sich in einem Umbruch, sagt Ranft. Das verdeutliche die Einstellung des Bauingenieurs wie auch von Tanja Göbl als stellvertretender Kämmerin. Mit den Aufgaben wachse auch das Personal. Das im Jahr 2000 bezogene Rathaus biete genug Platz, ist er überzeugt. „Das Raumprogramm war damals großzügig.“

Timo Aichele

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