Elisabeth Schulz bald Pfarrerin in Wartenberg. priv.
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Elisabeth Schulz bald Pfarrerin in Wartenberg.

Evangelische Kirche

Neue Pfarrerin in Wartenberg: „Mein Herz schlägt für die Seelsorge“

Elisabeth Schulz ist die neue Pfarrerin in der Friedenskirche Wartenberg. Sie möchte die Jugend gewinnen. Ihren Dienst tritt sie am ersten Mai an. Dekan Christian Weigl wird sie am 9. Mai offiziell in ihr Amt einführen.

Wartenberg - Die 1970 in Regensburg geborene kinderlose Theologin hat in Erlangen und Marburg evangelische Theologie studiert und ihr erstes Examen in Ansbach abgelegt, bevor sie in Kolbermoor ins Vikariat ging. Anschließend schlug sie einen außergewöhnlichen Weg ein: Sie war drei Jahre lang in Jordanien in der dortigen evangelischen Gemeinde tätig, die zur Jerusalemer Gemeinde gehört.

„Ich habe das ganze Studium schon den Plan gehabt, mal raus zu gehen“, erklärt sie ihren Entschluss. Schon während des Studiums habe sie Verbindungen nach El Salvador aufgenommen, habe sich sehr interessiert für die Befreiungstheologie, die dort mächtig im Gange war – wenn auch eher in der katholischen Kirche. „Das ist aber ganz klar auf die evangelische Kirche übergeschwappt“, meint die Theologin.

Ihren Plan, ins Ausland zu gehen, hat sie dann im Nahen Osten umgesetzt, auch wenn sich das erste Wunschziel Jerusalem nicht hatte umsetzen lassen. So ging sie eben ins arabische Nachbarland, und zwar in der schwierigen Zeit nach dem 11. September 2001, wo die evangelische Kirche in Deutschland sie zeitweise lieber zurückbeordert hätte. Seitdem ist sie – zumindest ein wenig – der arabischen Sprache mächtig.

Weitere Stationen ihres Berufslebens waren Roding im Kreis Cham und die Gnadenkirche Dachau. Die direkte und ständige Konfrontation mit der dortigen KZ-Gedenkstätte habe sie stark berührt, sagt sie. Seit 2017 wirkt sie in Kemoden-Petershausen.

Gefragt nach ihren Eindrücken in der Gemeinde in Wartenberg, meint sie: „Ich habe gespürt, dass die Menschen sich auf mich freuen.“ Und zu diesen Menschen will sie hin, trotz Corona: „Ich will einfach raus, gemeinsame Spaziergänge mit Gemeindegliedern beispielsweise, was halt geht, auch Haustürgespräche.“

Corona erzwinge eben neue Formen. Und dabei will sie zuhören: „Was brauchen die Menschen?“ Ganz wichtig sei für sie außerdem: „Junge Menschen für die Kirche begeistern.“

Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt nannte sie auch: „Mein Herz schlägt für die Seelsorge.“ Und hier wird es gerade in Wartenberg, fast in Sichtweite der Kirche, Menschen geben, die aufhorchen werden: die Freiwillige Feuerwehr. Elisabeth Schulz verrät nämlich: „Ich war lange Jahre in der Notfallseelsorge unterwegs. Das war eine ganz großartige ökumenische Zusammenarbeit.“

Aber gerade das ist ein Dienst, der enorm belasten kann, deshalb ist Ausgleich nötig. „Ich spiele Klavier, aber auch Bratsche. Ich habe mir überall, wo ich war, ein Orchester gesucht, wo ich mitspielen konnte“, sagt sie. Zudem sei sie eine Naturliebhaberin, die entweder viel zu Fuß oder auch mit dem Radl unterwegs sei.

Klaus Kuhn

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