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Ein Hightech-Container: die Mobile Luftgütemessstelle der FMG.

Messstation der FMG

Wie sauber ist die Wartenberger Luft?

Erst kürzlich hat der Marktrat Wartenberg über Luftreinheit debattiert. Jetzt hat die FMG eine Messstation hinter der Schule aufgestellt.

Wartenberg – Hinter der Marie-Pettenbeck-Schule werden ab sofort Luftschadstoffe gemessen. Die Mobile Luftgütemessstelle der Flughafen München Gesellschaft (FMG) erfasst im kommenden halben Jahr auch Feinstaub, nicht aber Ultrafeinstaub. Bürgermeister Manfred Ranft machte bei der Vorstellung der nach FMG-Angaben 100 000 Euro teuren High-Tech-Anlage deutlich, dass diese Standortwahl auch auf eine Initiative aus dem Marktrat zurückgehe. Das Gremium hatte auf solche Messungen gedrängt, berichtete er am Dienstagvormittag.

Hermann Blomeyer, bei der FMG zuständig für Umweltschutz, hob hervor, dass der Münchner Airport-Betreiber die einzige Flughafengesellschaft sei, die über eine solche mobile Messstation verfüge. Betreut wird diese Anlage von der Ingenieurgesellschaft BBM, die, wie Mitarbeiterin Rebecca Dutzi erläuterte, sich für diese Messungen habe zunächst auch zertifizieren lassen müssen. „Das darf eben nicht jeder“, ergänzte Blomeyer.

Es werden Durchschnitts- und nicht Spitzenwerte ermittelt. Um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen, soll nach Darstellung der Betreuerin der Anlage das Sommer- wie das Winterhalbjahr erfasst werden. „Luftschadstoffe sind nicht immer auf einem einheitlichen Niveau. Da gibt es einen typischen jahreszeitlichen Gang. Beim Feinstaub ist es so, dass ein lokaler Hintergrund vorhanden ist“, erläuterte die Ingenieurin. Viel hänge auch von der Wetterlage ab. „Es ist nicht so, dass man sagen kann, man hat zu einer Stunde einen extrem hohen Wert.“ Das sei an einer Straße schon anders. Da könne man den Berufsverkehr durchaus an den Messwerten ablesen.

Bei sogenannten Inversionswetterlagen mit Ostwind beispielsweise müsse man an diesem Standort auch den Schornstein der Schulheizung berücksichtigen, erläuterte Dutzi auf Nachfrage. Und siehe da: „Das können wir schon sehen“, versicherte sie. Das funktioniere in einer windrichtungsabhängigen Auswertung, die diese Station ermögliche.

Tatsächlich ist eine komplette Wetterstation in den Anhänger integriert, der als Gehäuse für die Anlage dient. „Für uns ganz wichtig ist die Witterung“, sagte dutzi weiter. Die ganze Messung finde in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Umwelt in Augsburg statt, das auch bei der Standortwahl beteiligt war. „Wir haben vier Orte vorgeschlagen, und dieser ist jetzt ausgewählt worden“, erklärte der Bürgermeister.

Genauer wäre eine Messung über ein ganzes Jahr. Das habe sich aber als nicht durchführbar erwiesen, weil zu viele Gemeinden Interesse angemeldet hätten, berichtete Blomeyer. Die erste Messreihe sei 2014 in Eitting gelaufen. 2015 stand das Gerät in Fraunberg, 2017 in Schwaig.

Ranft zeigte sich dankbar für das Entgegenkommen der FMG. „Wir versprechen uns Daten über die Luftgüte hier bei uns“, sagte er. Blomeyer meinte, dass es zwar auch einfachere Messmethoden und -geräte gebe, aber diese seien dann in keinster Weise zertifiziert oder nachvollziehbar.

Die Messergebnisse

sind auf der Homepage der FMG www.munich-airport.de ablesbar. Unter dem Menüpunkt „Unternehmen&business“ die Registerkarte „Verantwortung“ anklicken, wo man über „Umweltschutz“ zum Thema „Luftgüte“ kommt. Und hier etwas versteckt werden die Daten dann nahezu in Echtzeit angeboten.

von Klaus Kuhn

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