Präsentation statt Präsenz: Viel Technik war gefragt.
+
Präsentation statt Präsenz: Viel Technik war gefragt.

Nicht alle können teilnehmen – Auerbach „Tal der Ahnungslosen“ – Durchwachsenes Bienenjahr

Online-Sitzung: Wartenberger Imker in Vorreiter-Rolle

Mit den Imkern hat der erste Wartenberger Verein seine Mitgliederversammlung online abgehalten. Nicht jeder konnte sich allerdings zuschalten. Das Bienenjahr lief derweil eher durchschnittlich.

Wartenberg – Die erste Online-Versammlung eines Vereins in Wartenberg hat technisch gut geklappt: Nach nur zehn Minuten waren beim Imkerverein alle technischen Fragen geklärt und die Teilnehmer online – wenn sie denn konnten. Einige hätten gern gewollt, mussten aber wegen fehlender Bandbreite beim Internet-Anschluss passen. So geschehen im Ortsteil Auerbach, vom Vorsitzenden Dominik Rutz launig das „Tal der Ahnungslosen“ genannt, was für Heiterkeit sorgte.

Rutz meinte verschmitzt grinsend: „Da muss man mal an die Kommunalpolitiker rangehen.“ Bekanntlich ist er da gleich bei sich an der richtigen Adresse: Er ist Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Marktgemeinderat.

Der Imkerverein ist weiter auf Wachstumskurs, hat jetzt 41 Mitglieder und rund 200 Bienenvölker. „Das ist ganz anständig“, kommentierte Rutz die Entwicklung, die auch vom Verband gesehen wird. Wartenberg hat sich nämlich nach einer von ihm zitierten Aufstellung bei der Werbung von Neumitgliedern „besonders hervorgetan“. Acht neue Mitglieder im Jahr 2019, Konstanz im Folgejahr, das hörten die Mitglieder gern.

Das Bienenjahr war durchwachsen, die Honigernte eher unterdurchschnittlich. Der April war zu trocken, als dass sich viel Nektar hätte bilden können. Rutz zeigte das anhand der Leistung seiner Photovoltaik-Anlage auf, die im April Spitzenerträge abgeworfen habe. Probleme machten gleich mehreren Imkern die Wespen, die sich als besonders aggressiv entpuppt und ganze Bienenvölker niedergemacht hätten.

Ärgerlich: Wegen Corona haben die vielen Kurse und Fortbildungen auf Kreisebene nicht stattfinden können. Damit entfielen auch jene Kurse, die für Jungimker für den Erwerb des Imkerzertifikats erforderlich sind. Mehrere Mitglieder schlugen vor, das Online-Format auch für Schulungszwecke verstärkt einzusetzen. Rutz will nun auf Verbandsebene abklären, wie diese Form der Seminargestaltung umgesetzt werden könnte. So ganz einfach ist das nicht, denn die Regelwerke müssten bis hinauf zum Ministerium, das Gelder für die Fortbildungen gibt, angepasst werden.

Ein Mitglied ist besonders auf solche Bildungsangebote angewiesen. Einen Ableger hat der junge Mann bekommen und damit mit der Imkerei beginnen können. Er bat dringend um Unterstützung. Rutz sagte für „sein“ angehendes Mitglied sogar Eins-zu-Eins-Betreuung zu, denn: „Wenn man damit mal angefangen hat, bekommt die ganze Sache Suchtpotenzial.“

Corona ist die Zeit der sozialen Netzwerke: Rutz verwies auf entsprechende Gruppen, die der Verein eingerichtet hat. Beim Ferienprogramm habe man – weil draußen – etwas anbieten können, die Pflanzaktion für Krokusse sei ein „super Erfolg“ gewesen. Allerdings wolle der Verein in Gesprächen mit dem Markt dafür sorgen, dass bei Mäharbeiten noch etwas mehr Rücksicht auf die Blumen genommen werde. Die Planung für 2021 nannte Rutz „sinnlos“, er kündigte aber weitere Online-Veranstaltungen an. Corona, meinte er, „soll den Schwung nicht aus dem Verein nehmen“.

KLAUS KUHN

Auch interessant

Kommentare