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Per Mausklick öffnet sich die Wartenberger Schatztruhe

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Von: Markus Schwarzkugler

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Ein wahrer Kunstschatz schlummert im Wartenberger Depot im Medienzentrum: Bald sind rund 500 Werke auch für den normalen Bürger zu sehen, und zwar in einem Online-Museum. Unsere Bilder zeigen Kunsthistorikerin und Markträtin Heike Kronseder im Depot mit einem Gemälde des Bürgerhauses von Josef Zach (links) und mit einem Kinderporträt Zachs in originalem Rahmen.
Ein wahrer Kunstschatz schlummert im Wartenberger Depot im Medienzentrum: Bald sind rund 500 Werke auch für den normalen Bürger zu sehen, und zwar in einem Online-Museum. Unser Bild zeigt Kunsthistorikerin und Markträtin Heike Kronseder im Depot mit einem Gemälde des Bürgerhauses von Josef Zach. © Privat

Der Wartenberger Marktrat hat grünes Licht gegeben für ein Online-Museum. Es ist schon einiges geplant.

Wartenberg – „Wir haben über Jahrzehnte einen Schatz aufgebaut“, sagt Heike Kronseder begeistert über die rund 500 Gemälde, die im Depot im Wartenberger Medienzentrum schlummern. Als Beispiel seien Werke von Maler Josef Zach genannt, die die Marktgemeinde von Verwandten der Künstlerfamilie 2019 geschenkt bekommen hat. Dumm nur, wenn sich Otto Normalbürger, der keinen Zugang zum Depot hat, die Gemälde nicht anschauen kann. Das wird sich bald ändern, denn die Schatztruhe kann demnächst jeder öffnen – und zwar online.

Bekanntlich war es schon Thema im Kulturausschuss gewesen, dass auf Initiative Kronseders, einer promovierten Kunsthistorikerin, ein Online-Museum eingerichtet werden soll. In der Sitzung des Marktrats am Mittwoch gab das Gremium dafür nun auch ganz offiziell Grünes Licht. Für den ersten Schritt werden im Haushalt des laufenden Jahres 4000 Euro eingeplant. Die Erstellung der Homepage schlägt mit rund 1200 bis 1500 Euro zu buche, das Einpflegen der Bilder kostet rund 1800 Euro.

„Ich find’s wirklich eine ganz tolle Sache, und wir können das Online-Museum beliebig erweitern“, meinte Bürgermeister Christian Pröbst (CSU). Und Kronseder (FWG) sagte schmunzelnd: „Ich finde die Idee, nicht nur, weil sie von mir ist, sehr gut.“ Man sei eine der ersten Kommunen, die ein solches Museum anbieten würde. „Es wird den Bürgern gefallen, da zu blättern“, ist sich Kronseder sicher. „Die Bilder sind schon lange im Depot, aber man sieht sie eben nicht.“

Wie Pröbst mitteilte, verzichtet Kronseder auf eine Ehrenamtspauschale. Sie wird die Werke abfotografieren und sie dem Ersteller der Homepage, Helmut Schneider aus Wartenberg, zur Verfügung stellen. „Das ist mein großer Spaß, mein Beruf“, meinte Kronseder.

Nina Hieronymus (CSU) sieht in dem Projekt „ein wichtiges Signal für die Kunst im Markt Wartenberg“. Melanie Falzetta (Grüne) lobte: „Ich bin begeistert von dieser Idee.“ Und sie schlug vor, das Museum in verschiedene Rubriken zu untergliedern, auch Erklärungen zur Historie einzubauen. In Anspielung auf einen entsprechenden Vortrag zu alten Bildern Wartenbergs wünschte sich Falzetta, auch diese im Online-Museum zu zeigen.

Der Beschluss zur Einrichtung erging einstimmig. Wann es zum Anklicken bereit sein wird? Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt Kronseder: „Ohne Druck wollen wir alles angehen und erst dann öffentlich werden, wenn es sich lohnt, auf der Seite zu schmökern. Das wird Frühsommer sein.“

Danach werde es kontinuierlich weitergehen: Nach der gemeindlichen Sammlung könnten auch die historischen Urkunden und Fotografien folgen, „eventuell könnten wir auch erweitern auf das, was im privaten Bestand ist – natürlich freiwillig für die Besitzer, es haben sich schon einige gemeldet“, sagt Kronseder. Außerdem denke sie an kurze Filmvorträge. „Zum Beispiel spricht jemand fünf Minuten über ein historisches Thema, oder wir bieten online eine kurze Orts- oder Kirchenführung an.“ Wenn das Grundgerüst stehe, kämen sicherlich auch Anregungen aus der Bürgerschaft, „oder es melden sich Helfer, Unterstützer etcetera“.

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