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Silbernes Priesterjubiläum feierte Gregor Bartkowski im Juni. Nun bekommt er zusätzliche Aufgaben.

Mangel an Leitenden Priestern

Pfarrer für neun Gemeinden

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Pfarrer Gregor Bartkowski übernimmt im Oktober zusätzlich die Leitung des Pfarrverbands Reichenkirchen. Die Gläubigen sollen das möglichst wenig zu spüren bekommen.

Wartenberg/Reichenkirchen – Weniger Gottesdienste? Auf keinen Fall. „Das ist die Quelle und das Zentrum der katholischen Kirche“, sagt Pfarrer Gregor Bartkowski über Eucharistiefeiern. Doch als Leiter von bald zwei Pfarrverbänden mit 9000 Katholiken ist der 52-Jährige in einer Zwickmühle. Einerseits will er den Seelsorgeauftrag nicht vernachlässigen. Andererseits wird er noch mehr Verwaltungsarbeit und Sitzungen haben. „Druck von oben und von unten“, verspüre man als Leitender Priester. Gerade auf dem Land würden die Gläubigen erwarten, dass der Pfarrer stets präsent ist. „Das wird immer mehr Vergangenheit sein“, kündigt er an.

„Man kann auch zwei Christmetten oder zwei Fronleichnamsprozessionen an einem Tag halten“, meint Bartkowski. Das sei nicht das Problem. Doch für die vielen Termine darüber hinaus, sagt er: „Wir werden uns bemühen, dass immer ein Hauptamtlicher dabei ist. Aber nicht unbedingt der Pfarrer.“

„Ich wollte den Pfarrverband Reichenkirchen nicht alleine lassen“, sagt Bartkowski über seine Zusage, ab Oktober auch dort die Leitung zu übernehmen. Die Entscheidung habe ihm aber die eine oder andere schlaflose Nacht beschert. Und der Blick auf die Altersstruktur in seinem Berufsstand macht ihm das Herz nicht leichter.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir mehr Priester in den Ruhestand verabschieden, als wir neue weihen“, sagt dazu Gudrun Lux, Sprecherin der Erzdiözese München, auf Nachfrage. Und auch Bartkowskis Team ist nicht gerade jugendlich. Pfarrer Gerhard Salzeder ist 61 Jahre alt, Diakon Sebastian Lenz 70 und eigentlich schon im Ruhestand. Vor diesem Hintergrund sei in der Diözese die „Erprobung neuer Leitungsmodelle“ ein kommendes Projekt, berichtet Lux.

Nach ihrer Auskunft gibt es in der Erzdiözese 246 leitende Priester für 222 Pfarrverbände und 68 eigenständige Pfarreien. Kein einziger Pfarrverband sei aber ohne Leitung. Fast doppelt so viele Priester sind in der Pfarrseelsorge tätig. Einige seien nicht bereit, Leitungsaufgaben zu übernehmen, „das ist auch ihr gutes Recht“, sagt die Sprecherin. Zudem würden Leitende Priester auch nach ihrer Eignung ausgewählt.

„Wir können die Gottesdienstordnung aufrecht erhalten“, verspricht Bartkowski. Denn das Seelsorgeteam wird verstärkt. „Es gibt für Diakon Christian Pastötter eine volle Stelle“, erzählt Bartkowski. Seit drei Jahren leistet der 51-jährige Schwindegger seine halbe Arbeitszeit in Walpertskirchen. Auf einer halben Stelle kommt zudem ein Pfarrvikar hinzu. „Wir werden dann ein internationales Team“, verrät Barkowski. In Wartenberg werde Gemeindereferentin Maria Lutz hinzustoßen. Dennoch: „Wir Priester müssen zwischen neun Gemeinden rotieren.“

Das Leitungsmodell mit einem Diakon an der Spitze ist unter Kardinal Reinhard Marx die absolute Ausnahme. Lenz hatte bis vor ein paar Jahren noch den Pfarrverband Aufkirchen geleitet – ein Relikt aus der Zeit vor Marx. Für Pastötter war das auch kein Thema. „Wir sind ganz gut weggekommen“, sagt er zur neuen Lösung. Auch er betont den Teamgedanken. Dass nichts ohne den Pfarrer gehe, „dieses Denken ist völlig überholt“.

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