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Segen für den Wartenberger Pfarrgarten spendete Pfarrer Gregor Bartkowski bei der gut besuchten Maiandacht am Sonntag. Der Garten ist jetzt Hildegard von Bingen geweiht.

25-jähriges Priesterjubiläum 

Pfarrer Gregor Bartkowski: „Ich habe gewusst: Das ist mein Weg“

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Vor 25 Jahren wurde Pfarrer Gregor Bartkowski im polnischen Tuchow zum Priester geweiht. Schon als Jugendlicher hatte er sich dafür entschieden.

Langenpreising/Wartenberg – 1984. Ein 19-jähriger Bursche bereitet sich in einem polnischen Polytechnikum auf Abitur und Berufsabschlussprüfung vor. Die Försterschule in Bilgoraj im Osten des Landes absolviert Gregor Bartkowski noch. Doch bereits in diesen letzten Schultagen kennt er seine Berufung. Der junge Mann will Priester werden. „Ich musste meine Entscheidung noch für mich behalten. Das war ja eine staatliche Schule“, erinnert sich der 52-Jährige an diese Zeit des beginnenden Umbruchs im kommunistischen Polen. „Ich habe einfach gewusst: Das ist mein Weg. Die Botschaft des Glaubens ist ja die Botschaft der Befreiung. “

Diesen Pfad beschreitet Bartkowski seitdem mit ganzer Kraft. Am  Mittwoch feiert der Leiter des Pfarrverbands Wartenberg sein 25-jähriges Priesterjubiläum mit einem Dankgottesdienst in Langenpreising.

„An dem Tag, an dem ich das Abitur bekommen habe, habe ich mich im Kloster angemeldet“, erinnert sich Bartkowski. Er wollte einer Einberufung zum Militär zuvorkommen. Aufgewachsen in einer sehr gläubigen Familie im Dorf Wisznice nahe der weißrussischen Grenze, sei es ihm „überhaupt nicht schwer gefallen, diese Entscheidung zu treffen“. Eine enttäuschte Liebe oder dergleichen habe auf jeden Fall nichts damit zu tun gehabt, erzählt der katholische Geistliche lachend.

„Dieses Jubiläum ist ja nur eine kleine Zwischenstation. Da schaut man eher nach vorne als zurück“, meint Bartkowski, der seit 1998 in der Erzdiözese, seit 2004 in Langenpreising und seit 2012 Leiter des damals neuen Pfarrverbands ist. Als junger Geistlicher habe er gesehen, „dass in Bayern immer mehr Gemeinden sind, in denen es an den Sonntagen keinen Priester gibt. Das hat mich berührt“. Dem waren sechs Jahre im Redemptoristenorden in Polen vorausgegangen, in denen er bis zur Erschöpfung in der Gemeindemission tätig war. Die ersten Kontakte zu Bayern hatte er da im Rahmen von Urlaubsvertretungen geknüpft.

„Ich möchte voll Vertrauen in die Zukunft blicken“, meint der 52-Jährige – mit einem Seufzer. „Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass es für die Priester immer enger wird, was ihren Dienst betrifft“, sagt Bartkowski über die Vielzahl der Aufgaben insbesondere für Pfarradministratoren in immer größer werdenden Verbänden. „Die Diözese hat immer weniger leitende Priester Das wird sich in der nächsten Zeit nicht verbessern, eher verschlechtern“, sagt Bartkowski voraus. Aktuell ist er im Pfarrverband Wartenberg mit den Gemeinden Berglern, Langenpreising und Zustorf für 6500 Katholiken zuständig und verantwortlich für 70 Mitarbeiter.

Zu seiner Entlastung bei den Verwaltungstätigkeiten hätten die vier Kirchenstiftungen im Pfarrverband beschlossen, zum Jahresbeginn 2018 einen „Haushaltsverbund“ zu gründen, berichtet der Priester. „Ich bekomme Entlastung“, sagt er über die Reform, bei der eine Halbtagesstelle geschaffen und das Stundenkontingent in den vier Pfarrbüros aufgestockt werde. Ein Kita-Verbund sei zumindest angedacht.

Die nach wie vor große Bedeutung der Kirche spüre er bei Feiern wie dem Langenpreisinger Gemeindejubiläum, meint der Pfarrer. Der Festgottesdienst sei einfach ein wichtiger Bestandteil gewesen. „Deutschland ist reich an Ehrenamtlichen. Das ist der Schatz der Kirche und lässt mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.“

Beim Goldenen Priesterjubiläum wird Gregor Bartkowski 77 Jahre alt sein. Bis dahin werde er einem beruflichen Druck wie heute nicht standhalten können. Er verspricht aber: „Solange ich laufen kann und bei gesundem Menschenverstand bin, werde ich Gottesdienste halten.“

Der Dankgottesdienst beginnt um 19 Uhr in der Langenpreisinger Pfarrkirche St. Martin. Anschließend ist ein kleines Fest im Pfarrgarten.

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