Die Photovoltaik soll nun auch auf kommunalen Dächern in Wartenberg vorangebracht werden.
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Die Photovoltaik soll nun auch auf kommunalen Dächern in Wartenberg vorangebracht werden (Symbolbild).

Kläranlage, Feuerwehr und Bauhof sind geeignet – Finanziell wenig Spielraum

Photovoltaik auf drei Wartenberger Gemeinde-Dächern

  • Markus Schwarzkugler
    VonMarkus Schwarzkugler
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Neben der Weichenstellung für das Neubaugebiet Kleinfeld West (wir berichteten) ist der Wartenberger Marktrat in seiner Sitzung am Mittwoch auch beim Thema Photovoltaik-Anlagen auf gemeindlichen Dächern vorangekommen. An drei Standorten wäre ein solches Vorhaben wirtschaftlich, und dort soll nach einem einstimmigen Beschluss des Gremiums auch gebaut werden.

Wartenberg - Im vergangenen Jahr hat sich der Marktrat darauf geeinigt, prüfen zu lassen, auf welchen Dächern in Gemeindebesitz Photovoltaik möglich wäre. Geeignet sind die Kläranlage, die Feuerwehr und der Bauhof. Ohne Sanierung oder Umbau unrentabel wären dagegen Anlagen auf dem Rathaus, dem Haus für Kinder und den Sozialwohnungen in der Kammerstatt.

Finanziell drückt der Schuh, deswegen erging der Beschluss vorbehaltlich der Haushaltsmittel. „Wir haben eine sehr schwere Zeit vor uns, in der das Geld knapp wird“, stellte Bürgermeister Christian Pröbst klar. Deswegen schob er auch der Idee von Dominik Rutz (Grüne) einen Riegel vor. Dieser hatte sich nach der Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung wie etwa in Berglern erkundigt. Das jedoch würde die Gemeinde Einnahmen kosten. „Der Haushalt ist auf Kante genäht“, betonte Pröbst.

Er sprach sich für kleinere Anlagen bei der Feuerwehr und am Bauhof aus, zudem für eine größere auf der Kläranlage. Die beiden kleineren Anlagen bringen es auf je 30 Kilowatt, die Kläranlage auf rund 85. Im Gespräch mit unserer Zeitung freut sich Pröbst, dass die Kläranlage eine Eigenverbrauchsquote von 72 Prozent aufweise. „Damit sparen wir auf 30 Jahre eine halbe Million Euro“, sagte der Bürgermeister. Die Baukosten für die Kläranlage, wo ein Solarcarport errichtet wird, beziffert er mit 180 000 Euro netto. Feuerwehr und Bauhof kosten jeweils 36 000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Planungskosten für alle drei Standorte zusammen betragen 29 000 Euro netto.

Rutz wies in der Sitzung darauf hin, dass die Anlagen so auf den Dächern platziert werden sollten, dass daneben noch Raum bleibt, um beizeiten – und bei Geld – nachrüsten zu können. Pröbst pflichtete ihm hier bei.

Michael Gruber (SPD) erneuerte bei der Gelegenheit seine Kritik an der E-Ladesäule am Marktplatz. Sie sei die teuerste im Landkreis. „Das sind enorme Grundbeiträge, wenn man keine Eon-Karte hat.“ Entsprechend wollte er „einen Wettbewerb schaffen“ und regte an, Zapfsäulen an den neuen PV-Standorten anzuschließen. Diese Möglichkeit soll nun gemäß Ratsbeschluss zumindest für den Standort Feuerwehr geprüft werden.

Josef Ecker von der Firma Ecker Elektro- und PV-Anlagen aus Landshut, der den Räten die drei Standorte vorstellte, meinte zu Grubers Idee, dass eine Ladesäule für Kurzzeitparker – etwa am Bauhof – wenig attraktiv sei: „Man wird da nicht den brutalen Stromverbrauch generieren.“ 90 Prozent der E-Autofahrer würden zuhause aufladen, so Ecker, der selbst einen Tesla fährt.

Eduard Ertl (Neue Mitte) regte an, eventuell Windkraftanlagen zu ergänzen. Die würden im Gegensatz zur Photovoltaik auch in der Nacht Strom produzieren. Die Lage Wartenbergs ist laut Ecker dafür aber nicht ideal. „Da müsste man schon in die Höhe bauen, und dann würde das Bauleitplanverfahren ein Spaß werden“, sagte er mit Verweis auf die Abstandsregelungen für Windkraft.

Demnächst soll ein Büro mit Planung und statischer Berechnung beauftragt werden, dann folgt die Ausschreibung. „Mit viel Glück“, sagt Pröbst, werden die Anlagen heuer alle fertig. Bei der Kläranlage könne es aber auch ein paar Monate länger dauern.

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