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20 Minuten Attacke war die Rede von FW-Landtagskandidat Rainer Mehringer.

Politischer Aschermittwoch

Freie Wähler: „CSU wählen, heißt Startbahn wählen“

Söders neue Startbahn-Pläne waren beim Politischen Aschermittwoch das Thema der Freien Wähler. Alle Redner äußerten sich misstrauisch.

Pesenlern – Es war Valentinstag, und so erhielten alle Gäste des Politischen Aschermittwochs der Freien Wähler in Pesenlern eine Rose. Aber zuvor teilten Ortsvorsitzender Walter Gebhart, Bürgermeister Manfred Ranft und Kreisvorsitzender Rainer Mehringer in ganz anderer Weise aus. Dabei machten alle drei klar, dass der Versuch der CSU, das Thema dritte Startbahn aus dem Landtagswahlkampf heraus zu halten, zum Scheitern verurteilt ist.

Die Freien Wähler sind damit auf einer Linie mit der SPD und den Grünen, die die Pläne Söders sofort nach Bekanntwerden als wahltaktisches Manöver bezeichnet hatten. Gebhart blieb darum dabei: „Jede Stimme für die CSU ist eine Stimme für die dritte Startbahn. CSU wählen, heißt Startbahn wählen.“

Landtagskandidat Mehringer, der leidenschaftlich dafür warb, wählen zu gehen, zerpflückte an diesem Punkt die CSU genüsslich: „Da ist von 15 000 Arbeitsplätzen die Rede. Wir haben hier schon Vollbeschäftigung. Arbeitsplätze werden aber dringend gebraucht – in Mecklenburg-Vorpommern!“ Er zählte noch einmal die vielen infrastrukturellen Mängel rund um den Flughafen auf und musste feststellen, dass enorm viel in Planung sei, manches sogar schon recht konkret, aber eben noch nichts umgesetzt. „Wie soll das gehen?“

„Wir haben bis heute nicht die Zahl der Flugbewegungen von 2008, da fehlt es noch meilenweit“, erinnerte Ranft. Mehringer nahm den Ball auf und nannte die jetzt verkündeten Verzögerungen ein Eingeständnis, dass auch Söder letztlich um den fehlenden Bedarf für die dritte Startbahn wisse. „Man kann dem Mann alles unterstellen, aber dumm ist der nicht“, warnte er.

Ranft deutete schon an, dass die Gegner des Airport-Ausbaus die jetzt gegebene Zeit intensiv nutzen sollten, etwa um das Thema „Ultrafeinstaub“ weiter voranzubringen. Er berichtete von „erschreckenden Ergebnissen“ von Wissenschaftlern. In den nächsten Tagen werde eine Veranstaltung zu dem Thema stattfinden, bei der ein Messgerät für Ultrafeinstaub vorgestellt werden solle.

Mehringer stieg noch tiefer ein: Wenn die 15 000 kämen, müssten die ja irgendwo wohnen. Diese Wohnungen würden auf dem leergefegten Mietmarkt der Region aber richtig teuer werden. Das müsse den Flughafen eigentlich zwingen, „anständige Gehälter“ zu zahlen. Da er das längst nicht immer tue, würden aus den Beschäftigten sogenannte Hartz-IV-Aufstocker. „Wir subventionieren das dann durch die Hintertür“, kritisierte Mehringer.

Der FW-Kreischef sprach nur 20 Minuten, packte in diese Zeit aber eine breite Themenpalette. Er sprach von einer momentanen „Waffenruhe“ in Sachen B15 neu, deren Verlegung in den Kreis Erding „noch nicht endgültig vom Tisch“ sei. Er sprach sich leidenschaftlich für ein Krankenhaus im Kreis aus und will den Ausbau von Bildungseinrichtungen forciert sehen. Und weil auch die Freien Wähler im Wahlkampfmodus sind, stellten sich auch Bezirkstagskandidatin Maria Grasser und Benedikt Hoigt, Listenkandidat für die Landtagswahl, vor. Klaus Kuhn

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