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In seinem Element: Lorenz „Lee“ Voithenleitner an se iner Töpferscheibe in der heimischen Werkstatt.

Porträt Lorenz Voithenleitner

Aus der Natur in die Töpferwerkstatt

Mit Bienen, Bonsais und großen Bäumen kennt sich Lorenz Voithenleitner aus. Das wissen viele. Doch auch für seine Keramiken ist der 59-Jährige rund um Wartenberg bekannt.

Thenn – Was macht der leidenschaftliche Gartenfachberater, Bonsai-Züchter, Baumschneidekurs-Leiter, Imker, Bauernmarktbeschicker Lorenz „Lee“ Voithenleitner aus Thenn, wenn „Sauwetter“ ist und er seine Leidenschaft für alles Grüne nicht ausleben kann? Er macht seinen grünen Daumen richtig schmutzig, und zwar mit Ton.

In Voithenleitners Werkstatt im Dachgeschoss seines Hauses in Thenn dreht sich eine selbst gebastelte Töpferscheibe – oft ohne Unterlass. „Ich muss mich schon manchmal bremsen. Wenn du mal in deinem Element bist, dann geht es immer weiter“, gibt der 59-jährige Vorruheständler augenzwinkernd zu.

Mit gewaltigem Eifer fertigt er Christbaum- und Gartenkugeln, Lampen und Bonsai-Schalen, Glöckchen für Weihnachtsbäume, Türschilder, Obstschalen und anderes Geschirr. All das türmt sich in der Werkstatt. Hier ist einer regelrecht besessen von seinem Kunsthandwerk. Schablonen und Muster sucht man vergeblich, alles sind Einzelstücke.

Seit über 20 Jahren verkauft der Thenner seine Werke auf dem Nikolausmarkt in Wartenberg, wo er heuer wegen der vieler anderer Termine auch seine Frau für den Verkauf einspannen musste.

„Das ist alles Hobby“, sagt der 59-Jährige. In seinem gewaltigen Lager ist auch manches zu finden, was erst wieder in Mode kommen muss. Nach der muss Voithenleitner ja auch gehen, wenn er seine liebevoll gefertigten Objekte an den Mann bringen will.

Seine große Liebe gilt den Tieren: Aus Ton modelliert er behutsam Hasen und alle Sorten Vögel. Wie er dazu gekommen ist, auch noch zu töpfern? „Ich brauchte doch Schalen für meine Bonsais“, erzählte der Zwergbaum-Züchter. „Damit hat das angefangen.“

Selbst für seine Vögel braucht er im Grunde keine Vorlagen mehr. „Es gibt kaum einen Vogel, den ich nicht schon gesehen habe, und das reicht mir.“ Bestenfalls für feine Details zieht er Fotos zu Rate, und dann dauert es vielleicht vier Stunden, bis so ein Piepmatz fertig ist.

Christbaumkugeln gehen schneller von der Hand, aber hier hat der Perfektionist – „Ich hab manches auch schon drei Mal gemacht“ – langsam ein handfestes Marketingproblem. Er hat schon alle in Wartenberg und Umgebung versorgt, und wenn man keine Gewalt anwendet gehen die Sachen auch nicht kaputt. Archäologen wissen das: Keramik überdauert Jahrtausende. Für weitere Märkte fehlt ihm die Zeit. Außerdem – hier kommt er ins Träumen – trauert er manchem Werk nach: „Normalerweise hätte ich die schönsten Stücke zurückhalten sollen.“

von Klaus Kuhn

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