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Das große Interesse der Jugend erfreute auch die Jugendreferenten Isabell Haindl (vorne) und Hermann Zoglauer.

Premiere des Jugendforums

Wartenberger Jugend wünscht sich Sprungturm und Fastfood-Lokal

Da saß ein Jugendlicher – einer von über 50 – über einer der vorbereiteten Karten, den Filzstift in der Hand, und grübelte: „Mist! Wie schreibt man das jetzt?“ Es bestand der Wunsch nach einem ganz bestimmten amerikanischen Schnellrestaurant. Später, als alles zusammengetragen und an große Pinnwände befestigt war, war es richtig geschrieben. Das erste Wartenberger Jugendforum, noch in der Nacht in sozialen Netzwerken durchweg positiv kommentiert, war ein durchschlagender Erfolg.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Nach Fraunberg, Pastetten und Forstern mit jeweils etwa 35 Teilnehmern zeigten die Wartenberger Kids mit über 50 Gästen, was wirklich gehen kann. Alle hatten eine persönliche Einladung vom Markt Wartenberg erhalten. Jugendreferentin Isabell Haindl sagte der Heimatzeitung: „Das ist wichtig, dass man die Jugendlichen persönlich mit Namen anspricht. Dann reagieren sie auch. Mit irgendwelchen Massendrucksachen kommt man da nicht weit.“

Anja Baumann vom Kreisjugendring war überwältigt. Sie moderierte die Veranstaltung und hatte alle Hände voll zu tun. Das galt übrigens auch für den Pizza-Bäcker, den 3. Bürgermeister Christian Pröbst schnell beauftragte, „damit der Vorlauf hat“: 60 Portionen, das ist ein Großauftrag.

Zuvor aber verteilte Baumann die Schar der Teilnehmer auf „Mauschelgruppen“ mit dem Auftrag, zu den vorbereiteten Themen „Lebenssituation der Jugendlichen“ und „Freizeitverhalten“ eine Reihe von Fragen zu beantworten. Um wirklich gemischte Gruppen zu haben, hatte sie sich ein Losverfahren ausgesucht mit Bonbons: „Himbeere, Kirsche und Zitrone gehen ins Erdgeschoss.“

Und dann ging an den Tischen die Grübelei los: Daniela Pfanzelt (15) überlegte: Der Thenner See gehört zu den Attraktionen im Markt, aber ein Sprungturm wäre eine echte Verbesserung. Später sollte der Thenner See noch öfter vorkommen bei den positiven Kommentaren, aber die Toilettenanlagen wurden als verbesserungsbedürftig eingestuft. Ein Lob gab es für die Aufblasstation am See für Luftmatratzen, und siehe da: Viele wussten noch gar nicht, dass es das gibt. Der Skaterplatz wird gern aufgesucht, allerdings gab es auch scharf formulierte Kritik: „Die kommen da mit Bier und schmeißen ihren Sch...auf den Boden.“ Berk Balci (14) wurde hier deutlich. Melek Nur Berber (13) schrieb: „Ich würde gern ein Jugendzentrum haben.“

Für Baumann und Haindl war das schon vor der Auswertung der Beiträge hoch interessant. Beide sagten der Heimatzeitung, dass es darum richtig gewesen sei, die Veranstaltung ins Bürgerhaus zu verlegen und auf diese Weise die Möglichkeiten, die die Räume der Jugendgemeinschaft bieten, bekannter zu machen. Diese nutzte übrigens auch ihre Chance und übernahm die Getränkeversorgung.

Aufhorchen bei den Kommunalpolitikern, die wahlkampfbedingt stark vertreten waren, verursachten Themen wie Busverkehr, wo viele Verbesserungsbedarf sahen, Umweltschutz, aber auch Gemeindefinanzen. Direkt umsetzbar im Gemeinderat waren von den Jugendlichen artikulierte Bedenken, was die Sicherheit der Schulwege angeht: An der Einmündung der Zustorfer Straße und beim Zebrastreifen in der Ortsmitte sahen die Jugendlichen Gefahrenpunkte.

Wartenberg kam bei ihnen ansonsten gut weg: Man hält sich gern am Marktplatz auf (Eisdiele?). Stress mit anderen Gruppen von Jugendlichen? Fehlanzeige. Wartenberg wird sogar als ausgesprochen sauber erlebt – klares Lob für den Bauhof.

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