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Feierlicher Gottesdienst mit (v. l.): Pfarrer Gregor Bartkowski, Irmgard Brenninger (Gemeindereferentin) und Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, der eine engagierte Predigt hielt.

Jubiläum

Rockelfinger Kirche „lebt“ seit 500 Jahren

Wartenberg – Die Rockelfinger Kirche in Wartenberg ist 500 Jahre alt geworden. Das hat die ganze Gemeinde gestern mit einem großen Festgottesdienst, den Weihbischof Bernhard Haßlberger hielt, gefeiert.

Wer die Größe der Rockelfinger Kirche kannte kam gestern deutlich früher, um noch einen Platz beim Festgottesdienst anlässlich des 500. Jubiläums zu bekommen – eine Vorsichtsmaßnahme, die sich bewährte. Und wer die Kirche richtig gut kannte, der hatte sogar ein isolierendes Sitzkissen dabei, was bei den Temperaturen gestern durchaus sinnvoll war.

Bei seiner Begrüßung sagte Pfarrer Gregor Bartkowski den wohl entscheidenden Satz: „Diese Kirche lebt!“ Er erinnerte an die aufwändige Sanierung und die Vesper zum Abschluss dieser Arbeiten. Er berichtete, dass viele Menschen auch die Mariengrotte besuchten und dort im Gebet verweilen. Damals, so Bartkowski, habe die Gemeinde in Dankbarkeit feiern können. Es würden Gottesdienste abgehalten in der Kirche, die jetzt die Friedhofskirche von Wartenberg ist. Für die, die in der Kirche keinen Platz mehr gefunden hatten, wurde der Gottesdienst nach draußen übertragen, wo es nicht gerade gemütlich war. Weihbischof Bernhard Haßlberger dachte an sie und begrüßte „die, die draußen in der Kälte mit uns feiern“.

Die Kirche ist dem Heiligen Georg geweiht, und daran hatte sich auch Chorleiter Christian Rott bei der Liedauswahl orientiert. Als das Gooteshaus errichtet wurde gab es noch keine deutschsprachigen Kirchenlieder. Die kamen erst mit der Reformation auf. Konsequent standen lateinische Liedtexte auf dem Liederzettel. Geblieben über die 500 Jahre ist allerdings die Funktion der Kirche, und die stellte der Weihbischof in den Mittelpunkt seiner engagierten Predigt. Er zitierte eine Schlüsselstelle der Offenbarung des Johannes, in der es um „das neue Jerusalem“ geht. Die Vorlage kam von der regulären Lesung, die, wie der Geistliche erläuterte, in der Osterzeit etwas abweiche und die Offenbarung des Johannes voranstelle, ein Buch, das früher eine viel größere Bedeutung für die Menschen gehabt habe. Die zitierte Passage „Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen“ sei, so der Bischof, „der theologische Bauplan für alle Kirchen“. Sie sei Zeichen, dass Gott unter uns lebe. Darum stünden die Kirchen bewusst mitten im Dorf. Konsequent sei der Gottesdienst auch „die Feier des Herrn inmitten seiner Gemeinde.“ Haßlberger nahm die Festgemeinde mit und kam zu der Kirche als eine Gemeinschaft von Menschen. Diese Menschen, die zum Gottesdienst kommen, hätten einen Auftrag, der am Ende eines jeden Gottesdienstes stünde: die Sendung.

Das Programm an diesem Jubiläumstag bestand unter anderem aus Führungen, bei denen der gotische Flügelaltar im Mittelpunkt stand.

Klaus Kuhn

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