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Beste Stimmung beim Proben (v. l.): Veronika Rothbauer, Michael Gruber, Heimo Kandler und Klaus Schauer.

Sämtliche Aufführungen schon ausverkauft

Neue Wartenberger Theatergruppe: Unerfahren, aber verdammt angesagt

Das kulturelle Leben im Markt Wartenberg wird um eine Sparte reicher: Der Volkstrachtenverein hat eine Theatergruppe gegründet, und die führt das Stück „Da Grantlhuber“ von Peter Landstorfer auf. Allerdings kommt eine von Stefan Voglhuber leicht überarbeitete Fassung vom September diesen Jahres auf die Bühne im Trachtenstadl. Voglhuber ist freischaffender Schauspieler und Regisseur aus Erding.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Voglhuber hat sich schon beim Freilichttheater in Inning einen Namen gemacht und leitet jetzt die neue Theatergruppe. Das kulturelle Leben im Markt Wartenberg wird um eine Sparte reicher: Der Volkstrachtenverein hat eine Theatergruppe gegründet, und die führt das Stück „Da Grantlhuber“ von Peter Landstorfer auf. Allerdings kommt eine von Stefan Voglhuber leicht überarbeitete Fassung vom September diesen Jahres auf die Bühne im Trachtenstadl.

Voglhuber ist freischaffender Schauspieler und Regisseur aus Erding, hat sich schon beim Freilichttheater in Inning einen Namen gemacht und leitet jetzt die neue Theatergruppe. „Wir haben doch keinerlei Erfahrung“, meinte Vorsitzender Josef Korber zur Heimatzeitung fast schon entschuldigend. Dabei wäre es in der Aufbauphase gar nicht anders gegangen. Immerhin ist mit Christine Schauer als Regie-Assistentin schon ein Vereinsgewächs in den Startlöchern.

Geprobt wird konzentriert, Voglhuber fällt jede Kleinigkeit auf, es soll möglichst perfekt werden für die Premiere am Freitag, 8. November, um 19 Uhr. Alle Vorstellungen, auch der Zusatztermin, sind jetzt schon ausverkauft. Es gibt keine Abendkasse mehr. Das Debüt des Volkstrachtenvereins ist also jetzt schon ein geradezu durchschlagender Erfolg. „Das ist die Neugier“, meint Korber.

Neugierig sein dürfen die Gäste auf Klaus Schauer in der Hauptrolle als Grantlhuber, dem brummigen Menschen im Vorzimmer vom Bürgermeister, der ausgerechnet im Kommunalwahlkampf vom aktuellen SPD-Kandidaten Michael Gruber gespielt wird – mit dem alten Bild von Franz-Josef Strauß in der Amtsstube. Weitere Rollen: Veronika Rothbauer als Frau des Bürgermeisters, Monika Kobylak als Scherenschleiferin, Sabrina Ertl als Lehrerin, Martin Maier als Bestatter, Heimo Kandler als Wirt, Brigitte Kandler als Großbäuerin und Sebastian Sellmaier als Kapellmeister. Maria Stürzl gibt als Souffleuse die „Lebensversicherung“ der Aktiven auf der Bühne, die sich darüber hinaus auf eine Vielzahl von Freiwilligen stützen können.

Als die Heimatzeitung die Probe besucht, wirkt der Regisseur schon recht zufrieden: „Wir haben ein schönes Tempo.“ Und eine rasante Geschichte ist das Lustspiel in drei Akten ohnehin. Die zehn Schauspieler bringen „lebensecht bayerische Lokalpolitik auf die Bühne“, schrieb der Münchner Merkur einmal über eine Aufführung in Großhadern. Kein Klischee werde ausgelassen.

Das entspricht dem, was Vorsitzender Korber sich für die neue Gruppe vorstellt. Ist doch schön, wenn die Bayern sich selbst auf die Schippe nehmen können. Und wer kann das besser als ein Verein, der bayerische Kultur in Wartenberg zum Vereinszweck erklärt hat? Inhaltlich schwere Stücke wie etwa „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert sind Korbers Sache nicht, das überlasse er reinen Theatertruppen.

Der Verein hat nichtsdestotrotz richtig Geld in die Hand genommen. Immer wieder war bei Veranstaltungen aller Art die schlechte Qualität der Tonübertragung kritisiert worden. Eine völlig neue Anlage stellt diesen Mangel überzeugend ab und macht Theateraufführungen wie diese überhaupt erst technisch möglich.

Der Verein hatte bei der Einweihung des Trachtenstadls angekündigt, diesen mit Leben füllen zu wollen. Das gelingt hier.

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