Die Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg braucht dringend mehr Platz.
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Die Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg braucht dringend mehr Platz.

Anstehender Neubau schlägt auf die Finanzplanung durch

Wartenberger Schule kommt Gemeinden teuer

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Den Haushalt für das laufende Jahr hatte der Wartenberger Mittelschulverband auf dem Tisch. Dem Zahlenwerk stimmten alle Vertreter zu, für Diskussionen sorgte aber die Verbandsumlage. Sie könnte nämlich 2022 laut Kämmerin Tanja Göbl um gut 75 Prozent steigen.

Wartenberg - Ein Vorhaben wirft seine Schatten voraus: die Erweiterung der Marie-Pettenbeck-Schule, in der auch im Bestandsgebäude Arbeiten anstehen. Das kostet Geld. Zahlen die Gemeinden für heuer insgesamt gut 810 000 Euro Umlage (2020: 770 000 Euro), hat Kämmerin Tanja Göbl für das kommende Jahr 1,45 Millionen Euro geplant – was über 600 000 Euro mehr wären. Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier sprach deshalb von einem „großen Sprung. Worauf fußt diese Hochrechnung?“

Derzeit zahlen die Gemeinden pro Jahr und Schüler 2775 Euro – das ist unverändert im Vergleich zum Vorjahr, weil der Verband laut Göbl Rücklagen gebildet hat. Für den Umlage-Sprung 2022 überschlug Wiesmaier allerdings grob: „Dann landen wir ja bei 4500 Euro pro Schüler.“

Bezüglich der anstehenden Investitionen erklärte Göbl, dass man das Defizit aus dem Vermögenshaushalt ausgleichen müsse. „Um eine massive Steigerung der Umlage zu vermeiden, besteht auch die Möglichkeit, die anstehenden Baumaßnahmen über eine Investitionsumlage mitzufinanzieren. Das sollte im Laufe des Jahres beraten werden“, so die Kämmerin.

Verbandsvorsitzender und Wartenbergs Bürgermeister Christian Pröbst sagte, dass noch gar nicht klar sei, ob die Ausgaben über eine höhere Verbandsumlage abgefangen werden. Irgendwo habe man erst mal einen Betrag einsetzen müssen. Zudem hänge das Ganze auch davon ab, wann die Maßnahmen überhaupt realisiert werden, sagte Göbl unserer Zeitung.

Wenn er nun dem Haushalt zustimme, „heißt das nicht, dass ich der Umlage zustimme“, stellte Wiesmaier klar. Pröbst pflichtete ihm bei, dass der Sprung bei der Umlage ein großer wäre, betonte jedoch auch, dass die Schule viel Geld kosten werde. Es werde etliche Gespräche brauchen. „Wir müssen einen großen Konsens zusammenbringen“, so Pröbst.

Größter Umlage-Zahler ist der Markt Wartenberg, der für seine 130 Mittelschüler gut 360 000 Euro zahlt. Am wenigsten Schüler der vier Gemeinden stellt Langenpreising. Für ihre 46 Schützlinge zahlt sie 128 000 Euro.

Kompletter Neubau oder Anbau? Das soll eine 70 000 Euro kostende Machbarkeitsstudie klären, die demnächst in einer vierstündigen Sondersitzung dem Schulverband vorgestellt wird. Rund 1700 bis 2000 Quadratmeter Raum fehlen der Schule. Laut Göbels Bericht entsprechen darüber hinaus diverse Nutzflächen der 49 Jahre alten Schule nicht mehr den Anforderungen. Deswegen seien auch Umbaumaßnahmen im Bestand nötig. Für die Planung des Baus und um Aufträge erteilen zu können, setzt Göbel für heuer 275 000 Euro an. Für 2022 plant sie mit einer Verpflichtungsermächtigung von 900 000 Euro. Einen Baubeginn vor dem Jahr 2022 nimmt sie in ihrer Finanzplanung nicht an.

Für eine mögliche Containeranlage stehen 300 000 Euro im Plan. „Wir werden das aber zu 95 Prozent nicht brauchen“, erklärte Pröbst. Im Laufe der Woche soll ihm zufolge die neue Fluchttreppe der Schule kommen, für sie fallen 120 000 Euro an. Dabei handelt es sich um einen zweiten Fluchtweg aus dem zweiten Obergeschoss, den der Brandschutz notwendig macht. Damit die Schule endlich Wlan bekommt (wir berichteten), sind 136 000 Euro an Ausgaben eingeplant, wobei der kommunale Eigenanteil hier bei 14 000 Euro liegt.

Für die Erneuerung der Heizung standen im vergangenen Jahr 360 000 Euro auf der Ausgabenseite, für heuer sind es 80 000 Euro. 200 000 Euro Zuschüsse winken dafür, hinzu kommen 50 000 Euro vom Markt Wartenberg für dessen Anteil an Strogenhalle und Kinderhaus.

Das Gesamtvolumen des Haushalts beträgt rund 2,72 Millionen Euro.

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