Die Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg.
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Die Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg.

Schwache Stromversorgung an Marie-Pettenbeck-Schule – Wechselunterricht nicht nötig

Schulverband Wartenberg verzichtet auf Luftreinigungsgeräte

  • Markus Schwarzkugler
    vonMarkus Schwarzkugler
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Für die Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg werden keine Luftreinigungsgeräte angeschafft. Klingt überraschend, hat aber einen guten Grund.

Wartenberg – Ein Stück Normalität ist am Montag zurückgekehrt: Die Schulen haben wieder geöffnet – zumindest für Grundschüler und weitere Abschlussklassen. Entsprechend erleichtert war die Stimmung am Montagabend auch im Wartenberger Schulverband, der für den Mittelschulteil der Marie-Pettenbeck-Schule zuständig ist. Während Schulleiter Michael Braun von der aktuellen Lage berichtete, ging es in der Sitzung in der Strogenhalle auch um die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten. Das Gremium sprach sich einstimmig dagegen aus, was einen kuriosen Grund hat.

Wie Verbandsvorsitzender Christian Pröbst, Bürgermeister von Wartenberg, berichten musste, schwächelt die Stromversorgung. Die Schule sei 49 Jahre alt, entsprechend auch die Leitungen. Für ihn blieben deshalb nur zwei Optionen: „Entweder wir kaufen die Geräte nicht, weil wir ganz wenig Strom haben, oder wir ertüchtigen die Stromversorgung.“

Schulleiter Michael Braun: „In vielen Haushalten haben die Sektkorken geknallt. Eine Schule ohne Schüler ist ein Trauerspiel. „

Aber ob sich das jetzt noch rentieren würde? Schließlich läuft gerade die Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Marie-Pettenbeck-Schule. Sie ist mittlerweile so weit, dass sie demnächst dem Schulverband in einer vierstündigen Sitzung vorgestellt werden soll, wie Pröbst bekannt gab. Danach werde die Studie auch in den Ratssitzungen der Gemeinden Wartenberg, Berglern, Langenpreising und Fraunberg Thema sein. Josef Sedlmaier meinte dazu: „Eventuell reißen wir jetzt die Leitungen raus und müssen dann wieder von vorne anfangen.“

Der staatliche Förderanteil für die Geräte liegt bei bis zu 50 Prozent und pro Raum höchstens bei 1750 Euro.

Die Verbandsvertreter machten in der Beratung deutlich, dass sie die Geräte schon anschaffen würden, aber eben nicht unter diesen Voraussetzungen. Fraunbergs Bürgermeister Hans Wiesmaier betonte, dass es mitnichten so sei, dass man dann in Wartenberg die einzige Einrichtung ohne Luftfilter wäre. Nur rund die Hälfte der 26 Gemeinden und Städte im Landkreis wird laut dem Vorsitzenden des Gemeindetag-Kreisverbands darauf setzen. Wiesmaier betonte: „Unsere Räume sind ausreichend belüftbar.“ Zudem kenne er Schulen, wo das Platzangebot um ein Drittel geringer sei als in Wartenberg. Er sei erstaunt von dem Tenor, dass nun plötzlich jedes Klassenzimmer Luftreinigungsgeräte haben müsse. „Ohne den Stromfaktor hätten wir uns wohl zur Anschaffung durchgerungen. Aber das ist jetzt keine Katastrophe“, stellte Wiesmaier klar.

Das Thema sei hochpolitisch, meinte Berglerns Gemeindechef Anton Scherer. „Aber es ist in dem Moment erledigt, in dem man’s nicht umsetzen kann.“ Man müsse eben entsprechend lüften.

Hilfreich sind dahingehend CO2-Ampeln, mit denen die Schule vollumfänglich ausgestattet ist, wie Schulleiter Michael Braun berichtete.

Sechs Wochen Distanzunterricht – das sei „für alle hart“ gewesen, blickte er auf die jüngste Vergangenheit zurück. Der Druck habe zugenommen, auch auf die Arbeit der Jugendsozialarbeit.

Der Distanzunterricht mithilfe der Online-Plattform „Schulmanager“ (Pröbst: „eine gute Investition“) laufe gut, so Braun. Und die Klassen, die derzeit in die Schule kommen dürfen, können auch komplett kommen, stellte der Rektor in Bezug auf Platzkapazitäten und Wechselunterricht klar. Die Notbetreuung dürfe in der 5. und 6. Klasse angeboten werden, 15 Kinder nähmen sie derzeit in Anspruch.

Laut Braun sind die Lehrer sowohl der Grund- als auch der Mittelschule „durch die Bank“ schwer gefordert. Froh ist er deshalb, dass sein Haus schon zwei Schulassistenzen über die Regierung von Oberbayern bekommen hat und eine dritte noch kommen soll. Wenn eine Klasse auf zwei Räume aufgeteilt wird, übernehmen diese Assistenzen einen davon.

Braun kritisierte die Kurzfristigkeit der Regierungsentscheidungen. Sollte der Wechselunterricht bei eventuellen weiteren Maßnahmen mal nicht ausbleiben, „dann ist das halt so“, meinte Braun entspannt. Beim digitalen Unterricht sei „alles hervorragend gelaufen“.

In vielen Haushalten hätten zum Unterrichtsstart am Montag die Sektkorken geknallt, meinte Braun. „Eine Schule ohne Schüler ist ein Trauerspiel“, sagte er.

Pröbst kündigte an, dass gerade Angebote bezüglich Wlan-Ausstattung eingeholt würden. Denn über eine solche verfügt die Schule derzeit nicht. Eine Möglichkeit wäre ihm zufolge, dass die entsprechende Vorrichtung nur gemietet, nicht gekauft wird. Hintergrund sind freilich auch hier die bald anstehenden Erweiterungsarbeiten.

In der Sitzung am Montag hat der Schulverband auch seinen Haushalt beraten. Ein Bericht dazu folgt. ➔ ERDING

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