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Rede und Antwort stand Ulrike Scharf (l.) in der Marie-Pettenbeck-Schule. 

Staatsministerin Ulrike Scharf in der Marie-Pettenbeck-Schule 

Umweltschutz fängt beim Coffee to go an

E-Mobilität, Wahlergebnis, dritte Startbahn und der Arbeitstag einer Staatsministerin: Was die Schüler der Marie-Pettenbeck-Schule von Ulrike Scharf (CSU) wissen wollten, war vielfältig.

Wartenberg „Was halten Sie von Donald Trump?“ Bei dieser Frage einer Schülerin der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg musste Staatsministerin Ulrike Scharf tief Luft holen. Aber dann kam es doch mit überraschender Deutlichkeit: „Unser blonder Lord hat schon manche eigenartigen Ansichten“, fing sie an. Die Kündigung des Klimaabkommens nannte sie eine „Katastrophe“, aber sie wollte noch nicht resignieren: „Man kann nur hoffen, dass er irgendwann zur Besinnung kommt.“

Scharf schaffte so bei ihrem Besuch in der Schule den Schwenk zu den Folgen des Klimawandels. Sie zitierte wissenschaftliche Untersuchungen, dass es Klimaflüchtlinge geben werde, also hunderttausende von Menschen, die sich auf den Weg auch nach Europa machen werden, weil sie in den Regionen, aus denen sie kommen, nicht mehr leben können.

Die Schüler konnten auch die Frage nach der dritten Startbahn nicht lassen. Die Ministerin bleibt standhaft dagegen, das wurde deutlich, aber: „Wir sind 18 im Kabinett, und ich bin damit allein.“ Auch das ist nichts Neues. Bei der Frage, was jeder einzelne tun kann für den Umweltschutz, zeigte sie sich perfekt vorbereitet: „In München werden jede Stunde 200 000 Coffee-to-go-Becher ausgegeben. Die hat man drei Minuten in der Hand, dann werden sie weggeworfen.“ Das verfehlte seine Wirkung nicht. Der Appell der Ministerin: „Jeder kann etwas tun.“

Enttäuschung bei den Schülern gab es bei der Frage, wie viel Geld in den Umweltschutz fließe. Dass es gerade mal zwei Prozent des Haushalt sind, hatten die wenigsten erwartet, aber die Ministerin wollte nicht jammern, nannte unter anderem vier Millionen Euro für die Umweltbildung.

Wie ein „normaler“ Arbeitstag als Ministerin aussehe, wollte eine Schülerin wissen, und eine andere wurde genauer: ob denn die Arbeit Freude mache. Die Antwort: Einen normalen Arbeitstag gebe es nicht. Wohl aber gab Scharf zu bedenken: „Die Arbeitstage sind lang. Für Privates bleibt wenig Zeit.“ Doch die Arbeit mache ihr Freude.

Beim umstrittenen Herbizid Glyphosat legte sich Scharf fest: „Ich finde, man müsste drauf verzichten, denn es gibt Alternativen.“ Die Bio-Bauern würden es regelmäßig vorführen, dass es gehe.

Ob es funktioniere, zu 100 Prozent auf Elektromobilität umzusteigen? Das musste Scharf verneinen, schon weil der Strom ja auch irgendwo her kommen müsse. Aber da sei man auf einem guten Weg.

Parteiwerbung, das merkte man deutlich, vermied sie möglichst, aber bei einer Frage konnte sie dann doch nicht aus: „Was halten sie vom Ergebnis der Bundestagswahl?“ Die Antwort: „Wir haben uns das anders vorgestellt.“ Und dann blickte sie in die Zukunft, kommentierte vorsichtig optimistisch die Koalitionsgespräche und meinte, dass bis Weihnachten eine Regierung zustande kommen könne in Berlin.

Von Klaus Kuhn

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