Einen Bollerwagen als Transportmittel für die Hortkinder, gezogen von den Gemeinderäten, schlug Sieglinde Lösch alias Schwester Faustina vor. Der Bürgermeister könnte bei Regen den Schirm tragen.
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Einen Bollerwagen als Transportmittel für die Hortkinder, gezogen von den Gemeinderäten, schlug Sieglinde Lösch alias Schwester Faustina vor. Der Bürgermeister könnte bei Regen den Schirm tragen.
Starkbierfest in Wartenberg
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Starkbierfest Wartenberg 

Mit Schirm, Sarkasmus und Bollerwagen

Der Shuttlebus für die Hortkinder, das zu enge Billmayer-Eck und unmoralische Verkaufspraktiken der örtlichen Supermärkte: Beim Starkbierfest in Wartenberg wurde an Pointen und Satire nicht gespart.

Wartenberg– Aufgrund von Arbeiten im Reitersaal musste der TSV Wartenberg lange um die Erlaubnis zur Ausrichtung des diesjährigen Starkbierfests bangen. Letztlich konnte die Veranstaltung zum vierten Mal in der lokalen Kultstätte zelebriert werden

Nachdem sich die Gäste mit bayerischen Köstlichkeiten und dem süffigen Herminator gestärkt hatten, betrat Sieglinde Lösch alias Schwester Faustina die Bühne. Mit ihrer humorvollen Art griff die Wartenbergerin die kommunalen Ereignisse des vergangenen Jahres auf, und verfeinerte das Ganze mit ein paar Pointen.

Die Gäste mussten schmunzeln, als der Transport der Hortkinder thematisiert wurde. Hintergrund ist die Diskussion um einen von den Eltern geforderten Shuttlebus, der die Schüler von der Schule bis an die Heimstraße befördern sollte. „Nach so einem Gewaltmarsch von 700 bis 800 Meter zu Fuß san de Kinder total fertig. Manche ham garantiert an Sauerstoffschock“, merkte Schwester Faustina sarkastisch an. Der Marktrat lehnte den Antrag damals ab. „Als Wiedergutmachung kinnan de Gemeinderäte ziang und da Burgermoaster lafft bei Regen mit am Schirm nebenher“, schlug sie vor und deutete auf den mitgebrachten Bollerwagen, den sie den Kommunalpolitikern als Ersatztransportmittel zur Verfügung stellen würde.

Ein weiterer wunder Punkt war das Thema Straßenverkehr: das zu enge Billmayer-Eck, die „Pfostenallee im Ortszentrum“, die das Parken auf den Gehwegen verhindern soll, und der Vorschlag zur Umbenennung von der Oberen Hauptstraße in die Vollpfostenstraße. Doch Schwester Faustina hatte noch mehr Ideen: Die Pfosten seien doch ideal als Plakataufsteller geeignet, um bei der Bundestagswahl im Herbst auf Anhieb zu erkennen, „bei welchem Verein die größten Vollpfosten hocken“.

Die Gäste belohnten diese süffisanten Anekdoten aus dem Gemeindeleben mit viel Applaus. Und auch beim Königlich-Wartenberger Amtsgericht blieb kein Auge trocken. Richter Rainer Bruchmann bearbeitete gemeinsam mit den vier Geschworenen Manfred Ranft (Franz Dellel), Metallbauobermeister Christian Pröbst (Martin Maier), Pfarrkinderhausleiterin Isabell Haindl (Dominik Ertl) und Wilfried Busch (Sebastian Sellmaier) einen höchst brisanten Fall: Der Frauenbund zur Aufrechterhaltung der Sitte und Moral e. V. klagte gegen unmoralische Verkaufspraktiken, die die lokalen Supermärkte im Rahmen ihrer Verkaufspolitik angewandt hätten.

Drei weibliche Spionagebeauftragte berichteten von halbnackten Damen vor dem „Ledika Markt“, die ausschließlich Männer beim Einkaufen beraten hätten, und vom Schlammcatchen vor dem „Fewe Markt“. Als wären diese Aktionen nicht genug, sprachen die Beauftragten auch noch von der Erotikmesse vor dem „Fetto Markt“.

Als letzter im Bunde hätte auch der „Renny Markt“ alle Männer zu einer Autowaschaktion eingeladen. Bei all diesen dubiosen Veranstaltungen seien auch diverse Markträte und Vereinsmitglieder gesichtet worden. So rückte beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr mit allen Fahrzeugen zum Car Wash an. Das Urteil schließlich war eindeutig: Die Supermärkte müssen ihre unmoralischen Verkaufspraktiken unterlassen und dem Kindergarten eine Sachspende zukommen lassen.

Julia Pfeil

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