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Ans Ufer haben die ehrenamtlichen Wasserretter der DRLG Wartenberg die Badeinsel am Thenner See gezogen. Auch der Badesteg darf bis auf weiteres nicht benutzt werden.

DLRG warnt: Wassertiefe zu gering

Thenner See: Badesteg komplett gesperrt

Die DLRG Wartenberg warnt: Die Wassertiefe am Badesteg im Thenner See ist zu gering. Deshalb hat sie ihn komplett gesperrt. Jetzt muss ausgebaggert werden. 

Wartenberg– An vielen Weihern im Landkreis sind die Badestege gesperrt und die Badeinseln eingezogen worden. Haftungsgründe machten dies notwendig. Sicherheitskonzepte müssen erstellt werden. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil aus Hessen. Dort war ein Bürgermeister nach einem schweren Badeunfall wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden (wir berichteten).

Für den Thenner See hatte der Landkreis als Eigentümer angekündigt, dass der Badesteg geöffnet sei, wenn die DLRG Wartenberg vor Ort Wachdienst habe. Dem widerspricht deren Vorsitzender Jürgen Hartmann nachdrücklich. Er teilte gestern mit, dass „die Wassertiefe am Badesteg des Thenner Sees für ein gefahrloses Springen nicht ausreicht“. Erst wenn der Landkreis rund um den Steg ausgebaggert habe, werde die DLRG den Steg wieder freigeben können.

Hartmann erklärt, dass die DLRG den Badesteg bereits Mitte Juli gesperrt hat. Der Auslöser für diese Entscheidung: „Bei der regelmäßigen Überprüfung haben wir eine Wassertiefe von nur 1,40 Meter an der Vorderkante des Steges gemessen, was aus unserer Sicht zu wenig für gefahrlose Sprünge von diesem Steg ist.“ Dazu kommt: „Laut Info eines Badegastes ist sein zehnjähriger Sohn bei einem Kopfsprung mit dem Kopf leicht am Boden aufgekommen, hat sich aber nicht verletzt. Gott sei Dank!“

Dass die Steg-Sperre richtig und wichtig war, habe laut Hartmann der schreckliche Badeunfall vergangenen Samstag in einem Weiher in Eichenkofen gezeigt. Dort hatte sich, wie berichtet, ein 22-jähriger Erdinger beim Hechtsprung einen Halswirbel gebrochen.

Die DLRG hat das Landratsamt laut Hartmann über das Vorgehen informiert und darum gebeten, „wieder für die nötige Wassertiefe beim Badesteg zu sorgen“. Telefonisch sei ihm am Mittwoch bestätigt worden, dass der Landkreis diesbezüglich mit einer Firma in Verhandlungen sei.

Bis es soweit ist, sieht Hartmann die DLRG vor Ort in großer Erklärungsnot, denn die Badegäste wüssten nichts von der dauerhaften Sperre des Holzsteges. „Wir werden jetzt gefragt, warum wir den Steg nicht aufmachen, wo wir doch da sind“, sagt Hartmann zu den Erfahrungen der Wasserretter. „Das sorgt bei den Ehrenamtlichen für großen Frust.“ Und bei den Badegästen für großen Ärger, „der sich ausschließlich gegen uns richtet“, so Hartmann.

Dass der Landkreis die Badeinsel hat sperren lassen, war auch Thema im Wartenberger Marktgemeinderat. „Kann man da nichts machen?“, hakte Heike Kronseder (FWG) nach. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) wusste von Landrat Martin Bayerstorfer: „Ihm ist das selbst zuwider.“ Aber eine Wiederöffnung werde es wohl erst geben, wenn es ein Sicherheitskonzept gebe.

Die Badegäste sind alles andere als begeistert. Teresa Gehrer erzählt: „Wir sind immer mit mehreren Leuten da gewesen, so sechs. Wir hatten das schön gefunden mit der Insel. Das war auch so praktisch: Man ist bis zur Insel geschwommen, hat Pause gemacht, und konnte wieder zurückschwimmen.“

Tatsächlich hat die Insel als Zwischenstation nicht so starken Schwimmern geholfen, diente also auch der Sicherheit, so die Erfahrungen der Wasserretter. Badegast Sabit Rashika bedauert die Sperrung: „Es gibt nur wenig Seen mit einer Insel. Das ist wirklich schade.“ Gehrer und Rashika sind aus Altdorf bei Landshut an den Thenner See gekommen, weil sie ihn so attraktiv finden.

Wie berichtet, ist auch der Badesteg am Notzinger Weiher gesperrt. Dort gibt es im Gegensatz zum Thenner See keinen Wachdienst. (Klaus Kuhn)

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