So was sieht man nicht alle Tage: Diesen Deutz-Standmotor von 1930 ließen sich die Herren gerne genauer erklären.
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So was sieht man nicht alle Tage: Diesen Deutz-Standmotor von 1930 ließen sich die Herren gerne genauer erklären.
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Willkommen: Elisabeth Angermeier (l.) war mit 99 Jahren die älteste Besucherin des Seniorennachmittags. Dafür gab’s Blumen von Volksfestmadl Valentina Pichlmeier, Vize-Bürgermeister Peter Scchickinger (r.) und Organisatorin Gabi Rilke.
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Ausfahrt der besonderen Art: Diese drei Bulldogs waren beim Oldtimer-Treffen auf dem Wartenberger Volksfest vertreten und genossen die Ausfahrt bei kühlem, aber trockenem Wetter – mal mit der Familie als Beifahrer, mal mit Ohrenschützern gegen den Lärm.
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Sprang sofort an: der Mähdrescher, Marke „Claas Columbus“, von Siegfried Eberl aus Wartenberg.

Oldtimer-Korso

Wartenberger Volksfest: Viele Raritäten und ein Geburtstagskind

Trotz des zunächst unsicheren Wetters feierte die Oldtimer-Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Wartenberg am Sonntag mit ihrem 16. Oldtimertreffen auf dem Volksfestplatz einen großen Erfolg mit über 200 Anmeldungen.

Wartenberg– An die über 800 Einladungen zum Senioren-Mittagstisch am Samstag kamen die Organisatoren damit zwar noch lange nicht heran, aber zufriedene Gesichter gab es auf allen Seiten.

Schon wegen der Bauhöhe buchstäblich herausragend waren am Sonntag die beiden erstmals gezeigten Mähdrescher. Johannes Wegmann (31) aus Hölding im Holzland steuerte einen „Fahr M 44“, Baujahr 1968, auf das Festgelände. „Den hab’ ich gekauft grad’ für einen Blödsinn. Der hat erst 1400 Betriebsstunden, der ist neuwertig.“ So pries er seinen Oldtimer mit einer Arbeitsbreite von 1,83 Metern an.

Ein Jahr jünger ist der „Claas Columbus“ von Siegfried Eberl aus Wartenberg. Der pensionierte Landwirt (71) ist stolz auf sein imposantes Gerät: „Ich könnt’ sofort auf ein Feld fahren und dreschen“, sagte er. Allerdings wäre das ein teurer Spaß. Der gerade einmal 38 PS starke VW-Industriemotor, der den Mähdrescher antreibt, braucht Super-Benzin. Aber vor zwei Jahren habe er noch Weizen gedroschen, erzählte Eberl.

Nach den Abgaswerten fragte man auch hier besser nicht: „Bitte bitte rauchen!“ So stand es auf einem Schild am nach oben gerichteten Auspuff eines Traktors, und mancher Oldtimer-Auto-Fahrer machte sich lustig über die Feinstaub-Plaketten, indem er eine schwarze anbrachte – mit der Erklärung: „Leistungsschwach und schadstoffstark.“

Stark war der Spaßfaktor: Das Festzelt war schon zur Mittagszeit rappelvoll, und vorn spielte die Marktkapelle unter der Leitung von Anton Zollner auf. Dieser ließ es sich auch an seinem 77. Geburtstag nicht nehmen, zu seiner geliebten Trompete zu greifen. Am Tag zuvor hatte Zollner noch zu denen gehört, die eingeladen waren, nämlich zum Senioren-Mittagstisch, zu dem der Markt Wartenberg alle Bürger über 65 Jahre angeschrieben hatte. Am Eingang wurden sie von Bürgermeister-Gattin Johanna Ranft und Vize-Bürgermeister Peter Schickinger, jetzt ganz der Seniorenreferent, willkommen geheißen und mit Verzehrbons versorgt.

Weit über 800 Einladungen habe der Markt Wartenberg verschickt, sagte Schickinger, und diese Zahl steige rasch von Jahr zu Jahr. Der demografische Wandel sei hier einfach greifbar. Was ihn besonders freut: Der Großteil der Senioren nehme die Einladung auch an. In manchen Fällen würde aber auch jemand vorbeikommen, um die Gutscheine abzuholen und dann den Eltern oder Großeltern das gute Essen vom Volksfest mitbringen.

Elisabeth Angermeier kam in ihrem Rollstuhl, geschoben von ihrem Sohn. Mit 99 Jahren war sie am Samstag die älteste Teilnehmerin am Wartenberger Seniorentag. Sie lebt im Seniorenzentrum, von wo aus sich, teilweise mit freundlicher Unterstützung, enorm viele Bewohner auf den Weg zum Volksfestplatz gemacht hatten. Wie in früheren Jahren war auch Einrichtungsleiterin Gabriele Mundigl gekommen.

Das Volksfestkindl Valentina Pichlmeier machte den Senioren seine Aufwartung, Schickinger begrüßte die Gäste des Marktes Wartenberg, die teilweise mit den Enkeln an der Hand zum Festplatz geströmt waren. Es war schließlich ihr Tag.

Klaus Kuhn

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