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Augen und Ohren öffnen: Das zeigte Christian Magerl den Teilnehmern der Vogelstimmenwanderung.

Vogelstimmenwanderung 

Zilp-Zalp, Fitis und Schnatterenten am Thenner See

Wer mit wachen Sinnen durch die Natur geht, entdeckt eine reiche Vogelwelt. Bei einer Vogelstimmenwanderung des Kinderschutzbunds Wartenberg öffnete Christian Magerl den Teilnehmern Augen und Ohren.

Wartenberg – Etwa 20 Teilnehmer waren gekommen, um den Weiher einmal zu umrunden und auf das unterschiedliche Zwitschern der Vögel zu lauschen. Der Grünen-Landtagsabgeordnete ist promovierter Vogelkundler und hatte am Thenner See schon nach den ersten gegangen Metern viel zu erzählen.

Neben dem Buchfink und der Mönchsgrasmücke zwitscherte auch der Fitis, ein für alle unbekannter, aber doch häufig anzutreffender Vogel. Relativ einfach war es dagegen, den Zilp-Zalp zu erkennen: dieser Vogel singt einfach seinen Namen.

Bevor es dann zum Weiher ging, zeigte der Biologe aus Freising den Teilnehmern die Flugbewegungen der Flussseeschwalben, die hoch über dem See und dem Isar-Kanal flogen. Sie heißen zwar Schwalben, sind aber Möwen und lieben die Fische in dem Weiher. Deswegen würden sie auch den Weg aus Berglern oder Moosburg nach Wartenberg in Kauf nehmen. Mit rund 60 Stundenkilometern seien sie auch relativ schnell am Ziel, sagte Magerl.

Am See beobachtete die Gruppe Haubentaucher und einige Stockenten. Blässhühner waren noch nicht zu sehen, dafür schwamm seelenruhig ein Paar Gänsesäger vorbei. Der Schnabel dieser Enten ist wie eine Säge gerippt, damit ihnen die gefangenen Fische nicht wieder aus dem Schnabel rutschen.

Die Kinder entdeckten in der Mitte des Sees einige Schnatterenten. „Da haben wir aber Glück gehabt“, erklärte Magerl, „diese Enten sind selten anzutreffen“. Im Naturschutzgebiet weiter hinten hörten die Teilnehmer Singdrossel, Buchfink, Turteltaube und Goldammer lautstark zwitschern. Außerdem waren Amseln beim Revierkampf zu beobachten.

„Warum singen denn die Vögel?“ wollten die Kinder wissen. „Die Vögel singen aus mehreren Gründen“, erklärte der Vogelkundler. „Einerseits verteidigen sie damit ihr Revier, andererseits locken die Männchen mit ihrem Gesang die Weibchen an; und wenn diese Phase erfolgreich abgeschlossen ist, wird es im Wald auch wieder leiser.“

Auf dem Weg zurück konnten die Teilnehmer dann mit eigenen Augen sehen, dass der Lebensraum für die Vögel immer mehr eingeengt wird: auf den Feldern weit und breit sind keine Rückzugsmöglichkeiten vorhanden. Daher war auch keine Feldlärche zu sehen und zu hören. Der starke Rückgang der Insekten mache den Vögeln ebenfalls zu schaffen, berichtete der Experte. Sie hätten dann nicht mehr genügend Protein-Futter für ihre Kleinen.  red

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