Volksfest Wartenberg
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Auf Stute Gloria führte Volksfestkindl Valentina Pichlmeier den Zug an. Das 14-jährige Pferd ist aus dem Stall von Werner Kalinetz (vorne).
Volksfest Wartenberg
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Beim Bier-Anstich waren alle Augen auf Vizebürgermeister Peter Schickinger gerichtet. Die Markträte, darunter August Groh, der das Fass hielt, wollten genau wissen, was der stellvertretende Gemeindechef bei seiner Ozapf-Premiere da so abliefern würde. Er machte seine Sache gut: Nach dem zweiten Schlag floss das Bier.

Volksfest Wartenberg

Oans, zwoa – Ozapft is!

28 Vereine, die beim Volksfestauszug dabei sein wollten. Mit Valentina Pichlmeier (12) ein Volksfestkindl, das gerne kommendes Jahr ein drittes Mal diese Rolle übernommen hätte. Und ein zweiter Bürgermeister, der fast perfekt den symbolischen Bier-Anstich vollzog. Dazu fantastisches Wetter, und ein Start nach Maß für das Wartenberger Volksfest, das jetzt noch bis Montag laufen wird, war perfekt.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – 100 Liter Freibier hatte die Brauerei Reiter zusammen mit den Festwirten spendiert, und das kühle Getränk sorgte bei diesem Wetter für eine lange Schlange. Der Gerstensaft reichte fast für alle, aber wohl wetterbedingt eben nur fast. Die Trachtenkapelle Wasentegernbach spielte auf, vor allem für die Kinder des Volkstrachtenvereins, die viel Beifall für ihre Tanzdarbietungen erhielten. Die Kapelle unter der Leitung von Rudi Ernst war nicht zum ersten Mal beim Volksfestauszug dabei.

Valentina Pichlmeier wird jetzt mindestens vier Auftritte beim Volksfest haben, und sie freut sich sichtlich darauf. „Ich würde es gern noch mal machen, aber das geht leider nicht“, sagte sie bedauernd. In der Tat: Vizebürgermeister Peter Schickinger sagte der Heimatzeitung auf Nachfrage, dass alle zwei Jahre ein neues Volksfestkindl gewählt wird.

Stute Gloria bleibt gelassen

Die Schülerin hat keine weitere Reitstunde gebraucht, wie sie erzählte. Die 14-jährige Percheron-Stute Gloria, ein französisches Kaltblut aus dem Stall von Werner Kalinetz, erwies sich gestern als ruhig genug für den Auftrag, den Sympathieträger für das Volksfest auf den Festplatz zu tragen. „Die ist hervorragend geeignet. Ich hatte die schon beim Oktoberfest dabei. Die bleibt einfach stehen.“ Kalinetz ist stolz auf das Tier und betonte, dass diese Wahl auch etwas mit der Sicherheit zu tun habe. „Ein Turnierpferd kannst du dafür nicht gebrauchen.“

Mit Spannung hatten die Besucher den Bier-Anstich erwartet, war es doch das erste Mal, dass Peter Schickinger ihn in Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Manfred Ranft vollziehen musste. „Ich bin eingewiesen worden“, bekannte Schickinger gegenüber den Medienvertreternund gestand, dass er im privaten Bereich schon das eine oder andere Fass angezapft habe.

Nichts geht daneben

Entsprechend ruhig ging er den zentralen Akt des gestrigen Tages an. Er setzte an, schlug mit dem traditionellen Holzschlegel auf den Wechsel, holte den ersten Krug, drehte auf – aber es kam kein Bier! Der Rathausvize hatte zu zaghaft drauf gehauen. Also ein zweiter, deutlich entschlossenerer Schlag, und: „Ozapft is!“ Nichts ging daneben, alles konnte ausgeschenkt werden. Schickinger machte nicht mehr viele Worte, wünschte ein schönes, harmonisches Volksfest, und die Kapelle spielte auf.

Hinter den Kulissen hatten die Helfer derweil schon alle Pferde in die Anhänger verladen und abtransportiert. Perfekte Organisation und gelebter Tierschutz: Erst, als das passiert war, traten die neun Böllerschützen der St.-Ulrich-Schützen aus Pesenlern hinter dem Festzelt in Aktion und ließen es ordentlich krachen, so dass auch der letzte Wartenberger begriff, dass das Volksfest begonnen hatte.

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