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Am Kriegerdenkmal kamen diesmal unter anderem fünf Fahnenabordnungen zusammen. 

Bürgermeister: Vorfahren hatten es viel schwerer

Volkstrauertag in Wartenberg: „Auch diese Krise wird zu Ende gehen“

Trotz Corona haben die Wartenberger am Sonntag einen würdigen Volkstrauertag erlebt. Wesentlichen Anteil daran hatten der katholische Pfarrer Gregor Bartkowski und sein Team, aber auch Bürgermeister Christian Pröbst, der die Feier am Kriegerdenkmal mit einer bewegenden Ansprache dominierte und dabei durchblicken ließ: „Wir haben uns diese Feier vom Landratsamt genehmigen lassen.“ Die Wartenberger waren dabei nicht allein: Auch in Berglern wurde der Volkstrauertag begangen.

Wartenberg – Trotz Corona haben die Wartenberger am Sonntag einen würdigen Volkstrauertag erlebt. Wesentlichen Anteil daran hatten der katholische Pfarrer Gregor Bartkowski und sein Team, aber auch Bürgermeister Christian Pröbst, der die Feier am Kriegerdenkmal mit einer bewegenden Ansprache dominierte und dabei durchblicken ließ: „Wir haben uns diese Feier vom Landratsamt genehmigen lassen.“ Die Wartenberger waren dabei nicht allein: Auch in Berglern wurde der Volkstrauertag begangen.

Vier kleine Fahnenabordnungen, nämlich die beiden Feuerwehrvereine, die Krieger und der TSV, nahmen im Altarraum Aufstellung. Später, draußen, gesellten sich die St.-Ulrich-Schützen mit ihrer Fahne dazu. Der Marktgemeinderat erschien in beschlussfähiger Stärke, und Bartkowski verstand es, die ganze Messe konsequent auf diesen Anlass auszurichten, beginnend schon mit der ersten Schriftlesung aus den Seligpreisungen: „Selig sind die, die Frieden stiften.“

Peter Kroschwald sprach die Fürbitten, bei denen er nicht nur die Opfer von Krieg und Gewalt, sondern der aktuellen Zeit entsprechend auch die Opfer von Pandemien bedachte. Und am Schluss: „Für uns selbst, die wir in Frieden leben: Bewahre uns vor Gleichgültigkeit.“ Bartkowski machte deutlich: „Wenn Völker aufeinander zugehen, Gegner sich die Hände reichen“, dann sei die Gegenwart Gottes spürbar.

Rund 50 Gottesdienstbesucher waren gekommen, teilweise freundlich und diskret auf bestimmte Plätze gewiesen, um das Hygienekonzept durchhalten zu können. Am Kriegerdenkmal wartete Anton Zollner mit seiner Trompete, aber auch „Gast-Kanonier“ Christian Gruber aus Reichenkirchen an der 1928 angefertigten Fünf-Zentimeter-Salutkanone, die er perfekt bediente, als die fünf Fahnenabordnungen die Fahnen senkten.

Bartkowski wurde am Kriegerdenkmal noch einmal deutlich, erinnerte an die Soldaten der deutschen Bundeswehr im Auslandseinsatz, an die ermordeten Widerstandskämpfer, aber auch an jene, die als „unwertes Leben“ einfach vernichtet worden sind. „Schenke den Lebenden Gnade, den Verstorbenen Ruhe“, so der Pfarrer.

Auch der Bürgermeister begann mit den Kriegen unserer Zeit. Der Volkstrauertag zwei Wochen vor dem ersten Advent sei ein Tag des Nachdenkens darüber. Pröbst legte einen Schwerpunkt auf die gewaltigen Fluchtbewegungen vor der heranrückenden Roten Armee, schaffte aber auch einen Hinweis auf die heutige Zeit: „Nach Kriegsende hatten es unsere Vorfahren viel schwerer.“ Auch diese aktuelle Krise werde zu Ende gehen, und man werde gestärkt daraus hervorgehen.

Der Zusammenhalt sei heute genauso notwendig, auch wenn man sich nur bedingt treffen könne in einer Zeit, in der das eigentlich notwendiger sei als sonst. Leidenschaftlich rief der Bürgermeister dazu auf, die Demokratie zu wahren. „Was wir in unserem Land erleben dürfen, ist Friede und Freiheit.“ Genau dieser Friede sei aber auch keine Selbstverständlichkeit.

Anton Neumaier bedankte sich für den Krieger- und Soldatenverein, dass trotz der aktuellen Lage derart viele Menschen gekommen seien. Er verzichtete auf eine Ansprache, musste aber sagen, dass kein Kirchenzug erfolgen werde, und auch das Beisammensein am Ende ausfallen müsse. 

 KLAUS KUHN

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