Die Arbeiten an der Rockelfinger Brücke verzögern sich

Mini-Fundament mit teuren Folgen

Der Markt Wartenberg ist beim Bau der Brücke seinerzeit offenbar so richtig übers Ohr gehauen worden: Statt 2,50 Meter sind es gerade mal 60 Zentimeter Fundament. Bei dieser Tiefe brach der Bohrer beim Versuch, für die Baustahlstäbe einen Ankerpunkt zu finden, schon durch.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – So schnell kann’s gehen: Noch vor wenigen Tagen hatte 3. Bürgermeister und CSU-Fraktionschef Christian Pröbst regelrecht frohlockt über die Baustelle der Brücke über die Strogen nach Rockelfing: „Das ist eine Baustelle, die richtig gut läuft“, sagte Pröbst in der Hauptversammlung seiner Partei. Und jetzt das: Die Widerlager, auf denen man eigentlich aufbauen wollte, haben nicht einmal im Ansatz die Dimension, die in den Bestandsplänen eingetragen ist.

Der Markt Wartenberg ist beim Bau der Brücke seinerzeit offenbar so richtig übers Ohr gehauen worden: Statt 2,50 Meter sind es gerade mal 60 Zentimeter Fundament. Bei dieser Tiefe brach der Bohrer beim Versuch, für die Baustahlstäbe einen Ankerpunkt zu finden, schon durch.

Bei Licht betrachtet können die Wartenberger froh sein, dass ihnen noch kein Hochwasser den Steg zum Friedhof und zum Volksfestplatz weggerissen hat. Jetzt muss also ein neues Grundfest her. Die vier Meter tiefe Baugrube macht an der Stelle eine Wasserhaltung zwingend erforderlich – mit Extra-

Kosten in noch unbekannter Höhe und zusätzlichem Zeitbedarf.

Bürgermeister Manfred Ranft überbrachte diese schlechten Nachrichten in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses am Montag. Auf der Basis der alten Pläne habe man den Neubau kalkuliert und geplant, so der sichtlich frustrierte Bürgermeister, der sich wenigstens sicher sein konnte, für diese jetzt schon nicht mehr zu verhindernde Kostenexplosion nicht verantwortlich gemacht zu werden. Technisch, so Ranft, habe das tatsächlich erst nach dem erfolgten Abriss herauskommen können.

Die bisherigen Arbeiten lagen im Zeitplan, der Abriss der alten Brücke ging laut Pröbst zügig voran. Es gab ja, bedingt durch das Volksfest im Juni auch einen gewissen Zeitdruck. Ranft erteilte auch allen Überlegungen, wie ein solches Risiko abgewälzt werden kann, eine Absage. Die Baufirma habe auf der Basis der von der Verwaltung vorgelegten Unterlagen gearbeitet. Wenn die Pläne sich jetzt als derart falsch erweisen, könne das Unternehmen nichts dafür.

Es wurde ganz schnell klar, dass der Markt Wartenberg an den Mehrkosten hängen bleiben wird . Bei Redaktionsschluss war noch nicht klar, ob die Zuschüsse zu diesem Neubau aufgestockt werden können. Die Verwaltung konnte eine entsprechende Anfrage noch nicht endgültig beantworten.

Ranft berichtete aber von Möglichkeiten, bei derart unvorhersehbaren Kostensteigerungen auch mehr Geld vom Freistaat zu bekommen. Dazu müssten aber erst mal die Kosten erhoben werden, die jetzt entstehen. Er hoffe, dass das „nicht so dramatisch“ wird.

Rubriklistenbild: © dpa / Arno Burgi

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