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Auf die Schäden zeigt Franz Ganslmaier vom Bauhof.

Bürgermeister Ranft: „Bezahlen muss der Verursacher“

Hangrutsch am Bründlhof: Wartenberg klagt

Gewissermaßen auf den letzten Drücker hat Wartenbergs 3. Bürgermeister Christian Pröbst die Rechte des Marktes gewahrt und Feststellungsklage eingereicht. Es geht um den Hangrutsch von 2017, bei dem bekanntlich im Bereich Bründlhof die Wendeplatte, die die Gemeinde dort für das Baugebiet gebaut hat, in Mitleidenschaft gezogen wurde.

VON KLAUS KUHN

Wartenberg– Wie mehrfach berichtet, hat sie teilweise gesperrt werden müssen. Inzwischen sind vier Verfahren zur Sicherung des Hangs geprüft worden. Im Marktrat am Mittwoch entschied sich das Gremium einstimmig für eine Pfahlbockkonstruktion. Hierfür soll jetzt die Ausführungsplanung erstellt werden. Gerechnet wird zunächst mit Kosten von 39 000 Euro. Dieses Verfahren erwies sich nach einer Vorprüfung als das kostengünstigste und geht jetzt in die Klage der Gemeinde ein. Bürgermeister Manfred Ranft stellte klar: „Bezahlen muss das alles der Verursacher.“

Auf Nachfrage aus dem Gremium wurde er genauer und erläuterte, dass die Kostenschätzung, die jetzt im Raum stehe, nur ein erster Anhaltspunkt sei. Selbstverständlich habe im Fall eines Prozesserfolgs der Markt Anspruch auf Ersatz der tatsächlichen Kosten.

Pröbst, der die Sache vorangetrieben hatte, erläuterte weitere Vorteile des Verfahrens: So werden nach seinen Worten weniger Erdarbeiten erforderlich. Der vorhandene Bewuchs könne weitgehend erhalten bleiben. Kernstück des Verfahrens ist ein an der oberen Hangkante zu errichtender Stahlbetonanker über die gesamte Länge des gefährdeten Bereichs. Dieser werde mit acht Meter langen, in den Hang getriebenen Stahlstützen abgefangen.

Ranft ergänzte, dass vor Ort bereits besprochen worden sei, diesen Stahlbetonanker leicht erhöht zu bauen und damit auch eine Sicherung der Wendeplatte für Fahrzeuge zu erreichen. Diese könnten dann nicht mehr einfach so den Hang hinunterrollen. Pröbst: „Im Augenblick haben wir dort gar nichts.“

Der Markt geht mit den Arbeiten in Vorleistung. Hintergrund ist, dass eine mögliche gerichtliche Klärung sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Der Markt aber muss in dem absturzgefährdeten Bereich Sicherheit schaffen. Ranft: „Machen müssen wir es sowieso.“ Das sah das ganze Gremium auch so.

Dass die Zeit drängt, machte Pröbst unmissverständlich klar: Zum Jahresende wären die Ansprüche des Marktes gegenüber dem Verursacher des Schadens verjährt. Die Feststellungsklage, erläuterte Pröbst, helfe, genau diese Ansprüche zu wahren.

Die vier verschiedenen Verfahren zur Hangsicherung sind das Ergebnis eines Gutachtens, das dem Markt Wartenberg jetzt vorliegt. August Groh machte sich Sorgen, ob dieses Gutachten auch bei Gericht anerkannt wird. Das konnten die beiden Bürgermeister aber bestätigen.

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