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Janine Krzizok, Vorsitzende der Bürgerstiftung, appellierte im Marktrat: „Engagieren Sie sich in der Bürgerstiftung.“

Viele kritische Fragen

Debatte im Wartenberger Marktrat über Beitritt zur Bürgerstiftung

Vertreter der Bürgerstiftung warben im Marktrat für einen Beitritt Wartenbergs. Dabei mussten sie aber auch viele kritische Fragen beantworten.

Wartenberg – Das Thema „Bürgerstiftung“ hatte der Wartenberger Marktgemeinderat erneut auf der Tagesordnung – mit vielen kritischen Fragen, allerdings ohne Beschluss. Dazu war auch Stiftungsratsvorsitzende Janine Krzizok sowie Stiftungsrat Michael Utschneider der Einladung von Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) gefolgt, „weil wir gehört haben, dass Fragen bestehen“, so Krzizok.

Dass es im Marktgemeinderat schon einen ablehnenden Beschluss gibt, klammerte sie aus. „Ziel ist, dass wir uns engagieren für Bürger im Landkreis“, sagte Utschneider. „Die Stiftung lebt davon, dass es Spender gibt, aber auch Zustifter.“ Er ging auf die Historie der Bürgerstiftung ein, die 2011 begann. Er bat um Hinweise auf Menschen, denen gemeinschaftlich geholfen werden müsse. „Da steckt sehr viel ehrenamtliche Arbeit dahinter“, meinte er weiter. „Aber nur so läuft’s.“ Finanziell hatte der Sparkassen-Mann eine klare Vorstellung: „Wir wünschen uns eine Zustiftung.“

Viele profitieren von der Arbeit

Krzizok stellte die handelnden Personen im Stiftungsrat vor. Dem gehören neben ihr und Utschneider auch Landrat Martin Bayerstorfer, Wilhelm Scharl (Unternehmer), Jochen Flinner (Umlandbeauftragter der FMG) und Hans Moritz (Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger) an. Die Tafel in Erding, Jugendfeuerwehren und Pfarrverbände hätten schon von der Stiftung profitiert, so Krzizok. „Engagieren Sie sich in der Bürgerstiftung“, appellierte sie.

Heike Kronseder (FWG) wollte wissen: „Was sind die Erträge? Zinsen gibt es ja nicht.“ Das musste Utschneider zugeben. Darum brauche man eben auch Spenden, damit man aktiv werden könne.

„Schwammige“ Satzung

Carla Marx (Neue Mitte) erinnerte an den bereits gefassten, ablehnenden Beschluss. Sie sah das Leserhilfswerk der Heimatzeitung „Licht in die Herzen“ als die bessere Alternative an. Utschneider geriet in Verlegenheit. Spenden würden weitergegeben: „Wir dürfen nicht ewig ansparen.“ Zustiftungen dagegen würden dem Kapitalstock zugeführt.

Marx fand dann noch einen Passus in der Satzung, der abweichend vom Vortrag der Stiftungsvertreter eine „marktübliche Vergütung“ etwa für Treuhänder vorsieht, und witterte einen „Selbstbedienungsladen“. Utschneider meinte, dass der Stiftungsrat solche Arbeiten möglichst günstig vergebe. Marx blieb aber kritisch: Die Formulierungen in der Satzung blieben „schwammig“.

Wer ernennt neue Stiftungsräte?

Josef Sedlmaier (CSU) wollte wissen, wie der Stiftungsrat zusammengesetzt wird, und ob es eine Wahl gebe. Utschneider: „Die Stiftungsversammlung wird noch einen weiteren Stiftungsrat besetzen. Das soll auch die Breite der Bevölkerung abdecken. Natürlich haben wir auch einen regionalen Proporz.“ Sedlmaier beharrte: „Wird der gewählt?“ Utschneider erläuterte, dass die Mehrheit der Mitglieder von den Stiftungsräten selbst vorgeschlagen werden.

Auch Dominik Rutz (Grüne) hatte ein Problem mit der Zusammensetzung des Gremiums. Er wollte wissen, warum das an die Wahlperiode des Kreistages angelehnt sei. Die einen für zwölf, die anderen für sechs Jahre, das sei ein „kleiner enger Kreis“. Utschneider meinte: „Man muss einfach mal anfangen, es auf den Weg zu bringen.“

Sparkasse als Nutznießer?

Trotz der Kritik wünschte sich Utschneider, dass „der Markt Wartenberg mit einem Euro pro Einwohner dabei ist, das wären 5400 Euro.“ Weil die Verwaltung des Vermögens laut Satzung über die Sparkasse laufen muss, sah Marx dieses Kreditinstitut als den wesentlichen Nutznießer der Stiftung an. Damit brachte sie Utschneider ein weiteres Mal sichtlich in Verlegenheit.

Nicht so kritisch wollte das Thema Bernd Scheumeier (CSU) sehen. Der erneute Beschluss über einen Beitritt des Marktes fällt am Mittwoch, 22. Juli.

Klaus Kuhn

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