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„Die sind auf Anschlag“, sagt Wartenbergs 3. Bürgermeister Christian Pröbst über die Auslastung der Mitarbeiter im Rathaus.

Kritik an höherer Umlage, gleichzeitig aber überlastete Mitarbeiter

Heiße Debatte um steigende Personalkosten in der VG Wartenberg

Der Haushalt der Verwaltungsgemeinschaft Wartenberg steht, aber richtig Spaß macht er nicht: Die Umlage steigt auf 213 Euro pro Einwohner, vor allem, weil die Personalkosten weiter in die Höhe gehen. Das schmeckte beileibe nicht allen Vertretern in der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung. 

VON KLAUS KUHN

Wartenberg – Franz Neumüller (FWG, Langenpreising) und Andreas Steiner (SPD, Langenpreising) beklagten mit teilweise scharfen Worten die steigenden Ausgaben, verwiesen auf Verwaltungsgemeinschaften, die mit geringeren Umlagesätzen pro Einwohner auskämen. „Ich finde den Personalzuwachs nicht vertretbar“, meinte Steiner beispielsweise. Damit kamen die beiden aber beim Rest der Verbandsversammlung, die über den Haushalt zu befinden hatte, gar nicht gut an. Wartenbergs 3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU), der bekanntlich über Monate in Wartenberg das Rathaus hat führen müssen, konterte scharf: „Wir kriegen das tagtäglich mit: Die sind auf Anschlag.“ Das Personal im Rathaus sei „vollkommen überlastet“.

Der Chef der Verwaltung, Werner Christofori, untermauerte das mit Zahlen: 29 Stellen seien derzeit besetzt, einige in Teilzeit, was 38 Beschäftigte mache. Der Kommunale Prüfungsverband gehe aber bei Bevölkerungszahlen wie in der VG – etwas über 11 000 – von 33 Stellen aus, die besetzt sein sollten. „Der Aufgabenwust wird immer größer“, meinte der Verwaltungsleiter und verwies auf entsprechende Tendenzen bei Bund und Land, die immer mehr Aufgaben nach unten delegierten.

Weiter hinten im Haushaltsplan stand eine interessante Zahl zu dem Thema: Brauchte es früher fünf Minuten für die Bearbeitung eines Antrags auf einen Personalausweis, sind es nach den aktuellen Bestimmungen 25, und so etwas addiert sich auf, ohne dass irgendwer in den Kommunalverwaltungen dafür etwas kann.

Langenpreisings Bürgermeister Peter Deimel (FWG) unterstützte Pröbst und Christfori: „Da sind bürokratische Monster entstanden!“ Er konnte ein Lied davon singen: „Wir schreiben die Plattachmühlbrücke jetzt zum dritten Mal aus.“

Die Langenpreisinger Vertreter mussten sich anhören, dass die Aufweitung des Personals beim Bauamt auch auf entsprechende Wünsche aus Langenpreising zurückgehe. Aber jetzt gibt es gerade in Langenpreising eine Debatte darüber, was zuerst gemacht werden soll im Bausektor – immer orientiert an den Personalkapazitäten im Wartenberger Bauamt. Und es war Josef Buchner (FWG Zustorf), der in der jüngsten Sitzung des Langenpreisinger Gemeinderats eine weitere personelle Aufstockung im Wartenberger Bauamt ausdrücklich in Erwägung gezogen hatte.

Die Personalkosten machen nicht überraschend den Löwenanteil bei den Ausgaben des fast 3,1 Millionen Euro umfassenden Verwaltungshaushalts aus. Im Vermögenshaushalt, der insgesamt 409 000 Euro aufweist, stehen vor allem Erweiterungen bei der Computerausstattung auf dem Programm. Kredite werden keine aufgenommen, Verpflichtungsermächtigungen stehen ebenfalls keine im Haushalt.

Das vergangene Jahr wird dem Bericht der Wartenberger Verwaltung zufolge besser abschließen als zunächst geplant, so dass im Haushaltsjahr 2020 doch einige Rücklagen verbleiben, von denen die VG zehren kann. Das ist auch nötig, denn nach den aktuellen Zahlen muss aus dem Vermögenshaushalt etwas an den Verwaltungshaushalt überführt werden. Normalerweise ist das umgekehrt. Erst 2021 sollen nach dem einstimmig gebilligten Finanzplan wieder Gelder in den Vermögenshaushalt fließen.

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