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Vereidigt: Carla Marx wurde von Christian Pröbst im Marktrat willkommen geheißen. 

Wartenberger Gremium will lieber einen Klimamanager

Hitzige Debatte um Umweltreferenten: Marktrat lehnt CSU-Antrag ab

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Der Klimaschutz ist in Wartenberg in aller Munde, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Debatte um die neue Heizung für die Schule. Jetzt hat die CSU in einem Antrag vorgeschlagen, zwei Umweltreferenten im Marktrat einzusetzen. Nach intensiver Debatte in der Sitzung am Mittwoch wurde das jedoch knapp abgelehnt. Im Spiel ist dagegen ein Klimamanager für die Verwaltungsgemeinschaft.

Wartenberg – Im von CSU-Ortsvorsitzendem Markus Straßberger unterzeichneten Antrag sind die Aufgaben der Referenten aufgeführt. Sie sollen Aktivitäten im Bereich Umwelt- und Klimaschutz im Markt koordinieren, Ansprechpartner für die Bürger sein, Gemeinderat und Bevölkerung regelmäßig informieren, Veranstaltungen und Workshops organisieren und auch die Umsetzung eines kommunalen Energie- und Umweltkonzepts forcieren.

Eduard Ertl (Neue Mitte) spöttelte eingangs der Debate, er sei schon verwundert, „was gegen Ende der Wahlperiode für Anträge kommen. Ich habe nicht festgestellt, dass wir in dem Thema Experten sind“. Er sehe keinen großen Mehrwert in den Referenten, es brauche ein Energiekonzept für die Gemeinde. Dabei soll Ertl zufolge lieber auf Experten gehört werden. Straßberger stellte klar, dass es nicht um ein Gremium oder einen Ausschuss gehe, sondern darum, zu schauen, welche Experten angesprochen werden. Die Arbeit der Umweltreferenten sei ähnlich gedacht wie die der Jugendreferenten.

„Der Zeitpunkt, da muss ich Eduard recht geben, ist bemerkenswert“, meinte Walter Gebhart (FWG). Aus eigener Erfahrung als ehemaliger Klimaschutzbeauftragter der Stadt Pfaffenhofen wies er auf die komplexe Thematik hin. Es gebe vieles zu berücksichtigen, er selbst habe sich damals einen Experten zurate gezogen. 2012 habe man ein 177-seitiges Klimaschutzkonzept beschlossen. „Wer kennt das da herin?“, fragte Gebhart. Erst mal müsse das Thema aufgearbeitet werden, sonst könne das Unterfangen unter Umständen förderschädigende Folgen haben. „Ich bin voll für den Klimaschutz. Aber da muss man auch entsprechend was machen“, stellte Gebhart klar.

Josef Sedlmaier (CSU) meinte: „Ich finde den Zeitpunkt überhaupt nicht schlecht. Da gibt’s kein zu früh.“ Er habe sich diverse Vorträge zum Thema angehört. „Wir müssen uns Wissen erwerben“, forderte er. Sitzungsleiter und 3. Bürgermeister Christian Pröbst (CSU) ergänzte: „Wir haben noch sechs Monate vor uns. Wir dürfen die Arbeit nicht einstellen.“

Es gebe viele Ideen wie etwa einen Mülllehrpfad an der Schule. Referenten könnten diese bündeln, argumentierte Straßberger. Es gehe nicht um die Ausarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes.

„Ich sehe den Antrag als positives Signal.“ Denn in der Vergangenheit sei es mit der CSU eher schwierig gewesen, etwa in Sachen Ökostrom, frotzelte Michael Paulini (SPD). Für das Thema Verkehr habe man auch zwei Referenten. Hier befinde man sich aber seit zwei Jahren in einem „Dornröschenschlaf“. Bei diesem Vorwurf hielten Straßberger, der zusammen mit Peter Schickinger (FWG) Verkehrsreferent ist, und Pröbst vehement dagegen.

Paulini sagte, er habe Angst, „dass das wieder versandet“. Er schlug vor, in der Versammlung der Verwaltungsgemeinschaft einen Klimamanager für die VG zu forcieren – eine Entscheidung darüber wurde übrigens bislang zweimal verschoben. Daran fand Pröbst Gefallen, man könne ja mit Manager und Referenten zweigleisig fahren. Von der Freizeit eines Ehrenamtlichen solle man nicht abhängig sein, „dafür ist mir das Thema zu wichtig“, betonte Paulini.

„Ich denke, da sind Fachleute gefragt, das sollte das normale Prozedere sein.“ Der Klimaschutz sei etwas anderes als beispielsweise als Jugendreferent ein Jugendforum zu organisieren, so die Meinung von Carla Marx (Neue Mitte), die als Nachrückerin für den verstorbenen Sebastian Baumann ihre erste Sitzung im Rat bestritt und entsprechend eingangs den Eid abgelegt hatte.

Letztlich wurde der CSU-Antrag mit 9:6 Stimmen abgelehnt. Mit 13:2 gab es Grünes Licht dafür, noch mal einen – professionellen – Klimaschutzmanager in der VG vorzuschlagen. Dagegen votierten Sedlmaier und Nikolaus Hintermaier (FDP). „Externe Stellen, die viel Geld kosten, finde ich für den Anfang schwierig“, so Sedlmaier. „Wir sind finanziell ja immer gut aufgestellt“, kritisierte er mit Ironie. Sein Nein ließ er namentlich im Protokoll vermerken.

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