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Wurde von „Schritt für Schritt“ ermöglicht: der Bau der Schule Jyothi Nikethan, die 2003 im südindischen Bundesstaat Kerala eröffnet wurde. 

Indienhilfe feiert Geburtstag

Seit 25 Jahren: Schritt für Schritt in ein menschenwürdiges Leben in Indien

Es ist ein beeindruckendes Hilfsprojekt, das es nun schon seit einem Vierteljahrhundert gibt: „Schritt für Schritt“, ein Partnerschaftsprojekt der Pfarrei Wartenberg, bietet Kindern armer Eltern in Indien Schul- und Berufsausbildung und damit ein menschenwürdiges Leben. Vor wenigen Tagen hat das Projekt seinen 25. Geburtstag gefeiert.

Wartenberg – Es war im Jahr 1993, als wegen einer Hungersnot im südindischen Bundesstaat Kerala ein Bischof nach Deutschland kam, um Hilfe zu erbitten. Dabei entdeckte er im Garten der Familie Gassner in Schlossberg bei Landshut einen Solarkocher, der sein besonderes Interesse fand. Im Jahr darauf reiste Josef Gassner mit drei Solarbausätzen nach Indien. Das war der erste Schritt zur Gründung von „Schritt für Schritt“.

Denn Gassner lernte dort die Ordensschwester Kala kennen, die in einem Waisenhaus arbeitete, wo die Kinder auf dem nackten Boden schlafen mussten und einige dabei krank wurden. Spontan besorgte er stabile Holzbetten für sie. Die erlebte Armut ließ ihn aber nicht mehr los, und im Jahr darauf reiste er mit seiner Frau Ida erneut nach Indien. Beim Besuch des Waisenhauses stellten sie sich die Frage, was aus den Kindern werden soll, wenn sie ohne Schulbildung aufwachsen müssen. So entstand die Idee mit den Patenschaften.

13000 armen Kindern geholfen

Zurück in Deutschland begannen die Gassners, im Verwandten- und Freundeskreis dafür zu werben. Schließlich kam es vor 25 Jahren zur Vereinsgründung, damit auch die gewünschten Spendenbescheinigungen ausgestellt werden konnten. Inzwischen hat der Verein dank vieler Paten (185 pro Jahr) und zahlreicher weiterer Spender 13 000 armen Kindern durch den Bau von Schulen die entsprechende Bildung und damit später ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. 6000 haben bereits ihre Ausbildung beendet und können so zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen.

25 Mal flogen Ida und Josef Gassner in den vergangenen Jahren auf eigene Kosten nach Indien, um vor Ort sicherzustellen, dass jeder gespendete Euro dort richtig eingesetzt wird. Da im Verein alle ehrenamtlich arbeiten, gibt es auch keinen Verwaltungsaufwand, so dass jeder gespendete Euro den Armen zugute kommt.

Bundesverdienstmedaille

Neben der Schul- und Berufsausbildung wurden die Gelder auch für die Gesundheitsvorsorge (Kinderkrankenhaus, Hospiz, Alten- und Behindertenheim, Klinikmobil, Gesundheits- und Augencamp), für den Brunnenbau und für Selbsthilfeprojekte (Nähschule, Gründung von Kleinexistenzen, Landpächter, Frauensozialprogramme usw.) verwendet. Des Weiteren half „Schritt für Schritt“ auch immer wieder in Notsituationen wie nach dem Tsunami 2004 oder nach Flutkatastrophen und derzeit in der Corona-Krise, in der viele Familien keine Arbeit und kein Einkommen haben (wir berichteten).

Für sein vorbildliches Engagement wurde das Gründer-Ehepaar von „Schritt für Schritt“ vom Bundespräsidenten mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Weitere Informationen zu Patenschaften oder Hilfsprojekten gibt es bei Ida Gassner, Tel. (08 71) 4 15 98, E-Mail ida.gassner@mail.de, oder im Internet unter www.wirhelfenindien.de.

Spendenkonto:

IBAN DE57 4306 0967 8236 2178 00. Für die Spendenquittung bitte Namen und Anschrift angeben.  fka

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