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Wartenbergs neuer Stolz: Viele Bürger wollten bei der Einweihung und beim Tag der offenen Tür dabei sein. 

Historisches Gebäude mit Sozialwohnungen und Veranstaltungssaal

Jahre umstritten - jetzt endlich eingeweiht: das Alte Schulhaus in Wartenberg

Ein großer Tag für die Wartenberger Kommunalpolitik: Das Alte Schulhaus ist fertig saniert und eingeweiht. Jetzt fällt ein millionenschwerer Zankapfel weg.

Wartenberg – „Häppchen gibt’s erst hinterher!“ Dritter Bürgermeister Christian Pröbst musste gestern streng auf die Reihenfolge achten, als das alte Wartenberger Schulhaus und der Wittelsbacher Saal offiziell eingeweiht wurden. Die sanften Harfenklänge von Barbara Pöschl-Edrich standen in einem schönen Kontrast zu dem kommunalpolitischen Pulverdampf, der vor etwa zehn Jahren auf- und nie ganz abzog, nachdem der Volksentscheid übers Alte Schulhaus anstand. Daran erinnerte Festredner Hans Zehetmair natürlich.

Damals hatte er sich schon bescheiden, aber deutlich gegen jene Teile seiner eigenen CSU gestellt, die das Bürgerbegehren gegen eine Sanierung des Gebäudes mit Jahrhunderte alter Tradition als Wittelsbacher Jagdhaus vorangetrieben hatten. „Für die Wahrheitsfindung hat’s nicht viel gebracht“, meinte er rückblickend, betonte aber zugleich: „Ich begrüße auch einen redlichen Streit in kulturellen Projekten.“ Den habe es gegeben, und er muss wohl nicht allzu tiefe Gräben hinterlassen haben, denn: „Man darf nicht die Sache mit den Personen verwechseln.“

Eine der Personen hat sich gewaltige Verdienste erworben: Norbert Hartmann. Der heutige Vorsitzende des Vereins „Wittelsbacher Jagdhaus“ hat das Konzept entwickelt, das im Großen und Ganzen jetzt verwirklicht worden ist. CSU-Marktrat Pröbst gab offen zu: „Ohne ihn würden wir heute hier nicht stehen.“ Hartmann galt auch der erste freundliche Szenenapplaus der Festversammlung. Pröbst übernahm Moderation und Leitung, erinnerte an die langen Debatten und die vielen „Denkpausen“. Er freute sich mächtig, dass erstmals seit langem auch der schwer erkrankte Bürgermeister Manfred Ranft und der ebenfalls Vize Peter Schickinger (beide FW) dabei sein konnten.

Pröbst stellte die ganze Feier unter das Motto „Was länge währt...“ – das ist auch die Überschrift des Grußwortes aller drei Bürgermeister in der Festschrift, die mit einer Auflage von 400 Exemplaren gedruckt worden ist.

„Reden wir über Geld“ begann Doris Schmid-Hammer von der Regierung von Oberbayern ihr Grußwort. 1,08 Millionen Euro flossen aus verschiedenen Zuschusstöpfen, vor allem für Sozialen Wohnungsbau, in das Projekt. Sieben Sozialwohnungen seien integriert, eine davon hätte einer gern selbst bezogen, wenn er berechtigt wäre: Architekt Udo Rieger, der nach dem Projekt wohl einige graue Haare mehr hat, sagte: „Ich habe ja im Gemeinderat öfters vorsingen dürfen und bin gescholten worden.“ Dass das Alte Schulhaus nicht denkmalwürdig sei, könne er beim besten Willen nicht verstehen.

Einziehen wird ein anderer: Peter Bisaha. Er ist nämlich laut Pröbst, der „Kümmerer“, der sich um Menschen und Wohnungen bemühen wird. Seine gewaltige Erfahrung im Umgang mit Menschen, die er in der Lebenshilfe hat sammeln können, ist bei dieser neuen Aufgabe ganz sicher von Vorteil.

Mit Prädikantin Martina Weise und Pfarrer Gregor Bartkowski waren die beiden Kirchen vertreten, um die Segnung des „altehrwürdigen Gebäudes“ (Bartkowski) vorzunehmen. Der Obst- und Gartenbauverein hatte den Schmuck des Hauses übernommen, vor allem für den Tag der offenen Tür, der am Nachmittag stattfand.

Klaus Kuhn

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