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Manfred Ranft (63): Der Bürgermeister kannheute  beim Volksfest Wartenberg nicht anzapfen.

Operation gut verlaufen

Krebs: Wartenberger Bürgermeister Ranft fällt noch aus

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Der Wartenberger Bürgermeister Manfred Ranft hat die Tumor-Operation gut überstanden. Noch in Therapie wird er bis Ende Oktober - oder länger - ausfallen. Auch wenn er einige Termine gerne wahrnehmen und Projekte vorantreiben würde, ist er vor allem froh, dass der Krebs bekämpft werden kann.

Wartenberg – Es sind schon zwei Monate, dass der Wartenberger Bürgermeister Manfred Ranft nicht mehr in der Öffentlichkeit auftritt – und auch das Anzapfen heute beim Volksfest übernimmt sein Vize Peter Schickinger. Der Grund: „Ein bösartiger Tumor am Dickdarm“, erzählt Ranft auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese Diagnose am 12. April sei ein Schock gewesen. „Ich habe aber Glück gehabt, dass es frühzeitig entdeckt wurde und ich auch keine Metastasen habe“, sagt der 63-Jährige. Bis Ende Oktober – vielleicht auch ein paar Monate länger – wird der Bürgermeister seine Amtspflichten nicht wahrnehmen können.

So lange werde mindestens die gerade begonnene Chemo-Therapie plus anschließender Reha dauern, berichtet Ranft. „Die Chemo wird aber nur zur Sicherheit gemacht“, erzählt der Patient – eben, weil der Krebs im Körper nicht weiter gestreut hat.

Operation gut verlaufen

Der Tumor selbst sei im Klinikum Erding operiert worden. „Da war ich sehr zufrieden – sowohl ärztlich als auch pflegerisch. Es ist alles gut verlaufen.“ Nun ist der Wartenberger zuhause, und er muss sich zwischen den ambulanten Therapien schonen. Am Dienstag sei er das erste Mal wieder im Rathaus gewesen und habe sich mit seinen Stellvertretern besprochen, erzählt der Freie-Wähler-Politiker.

Genießen kann er die freie Zeit daheim bei seiner Frau Johanna aber nicht so sehr. „Ich soll die Sonne meiden und Menschenansammlungen sowieso, weil das Immunsystem heruntergefahren ist“, sagt der 63-Jährige. Für den Trubel beim Wartenberger Volksfest wäre er jetzt auch nicht richtig aufgelegt. Dem Anzapfen weint der Routinier, der seit 2008 Bürgermeister ist, nicht nach.

Manfred Ranft würde gerne das Alte Schulhaus selbst einweihen

Es gibt allerdings mehrere Projekte, die er selbst vorantreiben will, oder Termine, die er gerne wahrnehmen würde. Gerade laufe die Ansiedlung des Drogeriemarkts Rossmann mit der Verlegung des Bauhofs dafür. Die Rockelfinger Brücke konnte Ranft schon nicht selbst einweihen. Mit der dann modernisierten Kläranlage wird es ihm ebenso gehen – und voraussichtlich auch mit dem Alten Schulhaus.

Die Sanierung mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung ist ein prägendes Vorhaben von Ranfts Amtszeit. Die vorangegangenen (und immer noch ab und zu aufflammenden) Streitereien bestimmen die Wartenberger Kommunalpolitik sogar noch länger. „Ich finde es sehr schade, dass ich da nicht dabei sein kann. Da bin ich auf Reha“, sagt Ranft mit Wehmut über die am 13. Oktober geplante Einweihung.

Bürgermeister seit 2008: Die letzten Monate im Amt

„Der Zeitpunkt ist schon sehr ungünstig“, meint der Bürgermeister über seine Erkrankung. In einem Jahr würde er zumindest nicht die Vollendung wichtiger Vorhaben verpassen. Dann will er im Ruhestand sein. Als hauptamtlicher Bürgermeister von Wartenberg könnte er zwar noch einmal kandidieren, weil er am Tag der Kommunalwahl am 15. März 2020 noch nicht 65 Jahre alt ist. Das will er aber nicht tun, wie er bereits vor längerem angedeutet hat.

Allerdings ist der 63-Jährige auch froh, dass der Krebs gefunden ist und jetzt bekämpft werden kann. Denn die nächste reguläre Darmspiegelung hätte er erst in sechs Jahren gehabt, verrät er. Die jüngste Kontrolle habe er wegen schlechter Blutwerte vornehmen lassen. „Das Datum weiß ich ganz genau. Zwei Tage vorher war ich noch mit dem Herrn Pfarrer in Santiago de Compostela. Den Termin hatte ich schon vor der Fahrt“, erzählt er über den Schicksalstag nach dem Pfarrverbandsausflug.

Das Geschwür sei zu dem Zeitpunkt „noch nicht so fortgeschritten“ gewesen. Jetzt sei auch der erste Abschnitt der Therapie erfolgreich abgeschlossen. Manfred Ranft will möglichst bald wieder anpacken, um seine zwei Amtsperioden noch zu einem guten Abschluss zu bringen.

Das Alte Schulhaus ist ein Dauerbrenner der Wartenberger Kommunalpolitik.

Um Mehrkosten wurde noch vor kurzem erbittert gestritten.

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